Der Bau der Bifertenhütte

Bereits im ersten Jahr nach der Gründung begannen Mitglieder des AAC, in den Alpen einen geeigneten Platz für eine Clubhütte zu suchen. Man suchte im Baltschiedertal, auf dem Grialetschpass, im Turtmanntal. Jedoch: „Immer aber mussten wir feststellen, dass die Plätze ideal wären, aber unsere Finanzlage derartiges noch lange nicht gestatten würden. Immer kamen uns auch die finanzkräftigen Sektionen des SAC zuvor.“ Überhaupt der SAC, der ein erstes Gesuch um Gleichberechtigung in den Hütten höflich ablehnte. Ohne eigene Hütte konnte man nicht auf Gegenrecht hoffen, was sicher eine der Motivationen für das grosse Hüttenprojekt war.

Ermöglicht wurde das Projekt schliesslich durch ein Legat des Basler Zoologen Fritz Zschokke, Clubmitglied seit 1920. An der Weihnachtssitzung vom 18. Dezember 1925 heisst es kurz und knapp: „1926 muss der Kredit gezeichnet sein. 1927 wird die Hütte erstellt, und Ende 1927 oder anfangs Somer 1928 wird sie eingeweiht.“ Und so geschah es auch. Der damalige Clubpräsident, der Glarner Medinzinstudent Caspar Schmid, überzeugte den Club vom Platz, dem grossen Plateau am Kistenpass, oberhalb des Val Frisal und unterhalb des charakteristischen Kistenstöckli bei Brigels in der bündnerischen Surselva. Der Standort liegt alpinistisch und auch geologisch interessant. Die Hütte sollte ein Gebiet um Bifertenstock und Selbstsanft besser erschliessen, das zwar begangen wurde, Anmarsch und Aufstieg von der Glarner wie der Bünder Seite waren jedoch zuvor lang und beschwerlich.

Planung und Bauleitung verantwortete der Architekt und Clubmitglied Karl Gabriel aus Burgdorf, den Bau übernahm die Firma Calonder & Söhne aus Ilanz. Eingeweiht wurde die erste Clubhütte schliesslich am 9. September 1928. Eine Beschreibung der ursprünglichen Gestalt:

Die neue Hütte ist ein einstöckiger, massiver Steinbau mit Kupferbedachung und inwendig mit Holztäferung heimelig ausgekleidet. Sie bietet für 16 Personen bequem Platz, wovon vier Plätze für Mitglieder des AAC. Basel bis nachts 12 Uhr reserviert sind. Im Dachraum besteht ein gutes Heulager, auf dem im Notfalle weitere 20 Personen nächtigen können. Als Hüttenwart amtet Bergführer Heini Caduff vom Hotel Kistenpass in Brigels. Unser Club hält im übrigen Gegenrecht mit den Akademischen Alpenclubs Bern und Zürich und mit dem SAC. Zirka 150 m westlich spendet eine Quelle das nötige Wasser.

Im Verlauf der Jahrzehnte wurde mehrfach innen umgebaut und saniert, das Bewartungskonzept geändert, die äussere Gestalt der Hütte blieb in dieser einfachen Form jedoch bis zum grossen Projekt „Umbau und Erweiterung“ von 2016-2018 erhalten. Der alte Steinbau mit der Gedenktafel an Fritz Zschokke bleibt bestehen, erweitert um einen Holzanbau gleicher Grösse. Doch zu diesem Projekt später mehr.

Nachweise

Schmid, Caspar: Die Bifertenhütte, in: Preiswerk, W. Fünfundzwanzig Jahre akademischer Alpenclub Basel : 1918-1943. Basel: Basler Druck- und Verlagsanstalt, 1943, S. 21-24.

Baer, Hans. „100 Jahre Alpinismus – 80 Jahre AACBS“, 1999.