AAC Gruebenweekend (23.-26. Juni 2016)

Unter der Initiative von Jens Gaitzsch wurden alle aktiven AAC Sektionen in die Gruebenhütte zum Touren- und Kletterwochenende geladen. Lange sah es so aus, als ob die kleine Hütte gar nicht alle Angemeldeten unterbringen könnte und sogar aufs Boulderbiwak ausgewichen werden müsste. Die durchzogene Wetterprognose und die für die Jahreszeit mächtige Schneedecke hat dann viele von der Anreise abgehalten und der Event fand im überschaubaren Rahmens statt.

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Blick auf den Grubenkessel vom Steinlauihorn-Südgrat

Durch den kalten und nassen Mai und Juni lag ab 2200m eine durchgängige Schneedecke. Das Gruebenseewli war tatsächlich noch komplett zugefroren. Der Aufstieg zur Hütte war noch anstrengender als sonst, sank man doch knöchel- bis knietief im noch nicht verfirnten Schnee ein.

24. Juni: Steinlauihorn (3162m), Hochtour (ZS-/ bis 3c)

Eine Gruppe vom AACBa mit Marco Bruni, Jörg Gramich, Claudio Cadel und Thomas Hasler (Gast) ist bereits am Donnerstagabend aufzusteigen um am Freitag das Steinlauihorn zu überschreiten

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Morgenstimmung vor dem Südost-Grat. Die kleine Schneerinne ganz rechts führt zum Einstieg.

In Anbetracht der warmen Temperaturen und der Gewitterneigung starteten wir zeitig um 5 Uhr. Über die eingeschneiten Platten gelangten wir in gutem Trittschnee an den Fuss des SO-Grates, wo uns eine Rinne zum Einstieg führte. Die erste Seillänge war zugleich auch die technisch schwierigste (3c) und musste wie auch die gesamte Tour komplett selbst abgesichert werden. Schon bald empfingen uns die ersten Sonnenstrahlen und liessen den Fels goldig erscheinen. Nur die bereits zu diesem Zeitpunkt aufziehende Bewölkung bereitete uns etwas Sorgen.

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Claudio im Vorstieg in der 2. SL in teilweise brüchigem Fels

Bald schon erreichten wir den ersten Absatz (P. 2861), wo sich der Grat etwas zurücklegt. Danach ging es abwechslungsreich über meist festen, teilweise etwas brüchigen Fels über scharfe Schuppen, spitzige Zacken und kühne Türme ziemlich exponiert in stetigem auf und ab in Richtung Gipfel (meist I-II, Stellen III). Dabei gingen wir am halblangen Seil und nutzen die vielen Möglichkeiten zum Setzen von Zwischensicherungen. DSC03079

Jörg auf dem Südgrat des Steinlauihorns vor Gruben- und Bächlitalgletscher

Im Plateau direkt nach P2861 sind wir auf dem grossen, ebenen Schneefeld im noch nicht verfirnten Schnee teilweise hüfthoch eingesunken. In der Folge sind wir mit viel Respekt durch die wenigen noch Schnee gefüllten, aber teilweise verwechteten  Scharten gestiegen. Der Schnee war nämlich so faul, dass es ein Leichtes war oberflächliche Rutsche auszulösen. Deshalb haben wir über die Schneescharten aus dem Stand gesichert.  Bald schon merkten wir, dass wir die Tour nicht in der im Gebietsführer von Daniel Silbernagel angegebenen Kletterzeit von 2-3h bewältigen würden.

In Zwischenzeit hatte sich die aufgezogene Bewölkung aber wieder aufgelöst und wir kletterten in strahlendem Sonnenschein über den Grat.

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Letzte Kletterstellen vor dem Gipfel.

Um Mittag erreichten wir den Gipfel, der uns eine grandiose Aussicht in den Gaulikessel und auf die höchsten Berner Gipfel bot.Inzwischen wuchsen die Cumuluswolken in den Voralpen in die Höhe, sodass wir uns gleich wieder an den Abstieg machten.

Teilweise brüchiges Gestein erforderten nochmals gute Konzentration beim Abstieg.

Der Abstieg über den Südwest-Grat führte spannend über Kanten, Rinnen und Geröllbänder. Recht zügig erreichten wir das Joch (P. 2971), von welchem Wegspuren hinunter in die Flanke bis zu einer (bei den momentanen Schneeverhältnissen fakultativen) eingerichteten Abseilstelle führten.

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Abseilstelle auf den Gletscher in der plattigen Flanke beim Golegg-Joch.

Über den kaum mehr existenten Golegg-Gletscher und die aufgeweichten Schneehänge erreichten wir nach insgesamt 10h die Hütte, wo uns Ha-Pe vom AAC Bern empfing. Durchforstet man das Hüttenbuch der Gruebenhütte, finden sich nur einige wenige Einträge mit dem Steinlauihorn als Gipfelziel – völlig zu unrecht, finden wir nach einer sehr abwechslungsreichen Tour in wilder Landschaft!

24. Juni: Klettergarten in Hüttennähe

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Abendklettern bei der Hütte. Thomas im Vorstieg

24. und 25. Juni Sportklettern an den Gletscherpfeilern (5b-6a)

Weil es entgegen aller Erwartungen in der Nacht auf Samstag keine Gewitter gab, haben wir uns am Samstagmorgen ob des trockenen Felses mehrmals die Augen gerieben. Unverzüglich sind mehrere Seilschaften in die traumhaften Pfeilerrouten eingestiegen.

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Jessica und Loïc (AACZ) in der 3. SL von „Älplermagrone“ 5c+

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Ha-Pe (AACB) in der 3. SL von „Öpfelmues“, 6a

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Claudio in der Schlüsselseillänge von „Bueb vo Grueb“, 5b+

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Marco Bruni beim Ausstieg aus „Bueb vo Grueb“, 5b+

24.-25. Juni: Bergwanderung von Triftbahn via Windegghütte ins Grubengebiet

Diese Tour wurde organisiert von Adrian Wanner (Interessent AACBa). Auch diese Gruppe hat den stahlblauen Freitag für die erste Etappe ausgenutzt und am Samstag vom Wetterglück profitiert:

Von der Postautohaltestelle Nessental stiegen wir im Schatten der imposanten Triftschlucht hoch zur Unteri Trift und weiter zur Windegghütte. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter über ausgedehnte Schneefelder vorbei am tiefblauen Tälliseewli hoch zum Furtwangsattel von wo aus wir schliesslich nach Guttannen abstiegen. Weil am Samstagabend schwere Gewitter vorhergesagt wurden, brachen wir die Tour in Guttannen ab und sind nicht zur Grubenhütte hochgestiegen.


Blick hoch in Richtung Sustenhorn, Hinter Tierberg und Dammastock


Blick zurück Richtung Tällistock


Triftgletscher


Windstille bei der Windegghütte.


Aufstieg zum Furtwangsattel

25. Juni Chli Bächlilicke, Hochtour (WS)

Route: http://www.gps-tracks.com/undri-b%C3%A4chlilicke-alpin-tour-E06776.html

Am Samstagnachmittag sind die am Donnerstag angereisten über die Chli Bächlilicke aus dem Grubenkessel ausgestiegen.

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Unteri Bächlilicke, die Route verläuft entlang des schmalen Schneestreifens

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Schlüsselstelle an der Chli Bächlilicke (WS) im einsetzenden Regen

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Bequemes Runtergleiten durch die Bächlisbachschlucht

 

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Text und Bilder: Adrian Wanner, Marco Bruni und Claudio Cadel