Hochtourenkurs auf der Lämmerenhütte (23.-24. Juni 2018)

Bericht Nr. 1 von Daniel Kirchmeier

Dieses Mal fand der Kurs im Wallis bei der Lämmererhütte als Ausgangspunkt statt. Im Laufe der zwei Tage sollten wir den Roten Totz und den Grat des Steghorn als Übungsgelände nutzen lernen:

Ausblick vom Roten Totz

Los ging es am Samstag Morgen als sich ein Grossteil der Gruppe, inkl. Tobi, unserem Bergführer, im Zug auf den Weg nach Leukerbad trafen. Müde und gleichzeitig voller Erwartungen auf die kommenden zwei Tourentage lernten wir uns näher kennen und verbrachen so die Zeit bis zum Ankunftsort.

Eine Gondel später erreichten wir die Gemmipass-Station, wo wir im Restaurant kurz den Plan des Hochtourenkurses durchgingen. Die Erfahrungslevel der Kursteilnehmer wurden erfasst und wir konnten Tobi Bescheid geben, auf welche Kursinhalte besonders acht gegeben werden sollte.

Panorama von der Gemmi

Der Kurs selbst war als zwei-tägiger Firnkurs ausgeschrieben und wir wollten speziell das Gehen am kurzem Seil, Verhalten im Schnee (im speziellen Verankerung und Sturzsicherung) und einfache Felskletterpassagen durchgehen. Für Eis, Gletscher und Spaltenbergung ist in zwei Tagen zu wenig Zeit und dies wird vermutlich Teil des Hochtourenkurses im nächsten Jahr sein. (keep updated)

Übungsgelände

Mit einem Plan im Hinterkopf konnte es losgehen. Wir stiegen etwas weiter zur Lämmererhütte auf, wo wir unser Gepäck verstauten und uns firngerecht ausstatteten. Wir gingen zu Firnfeldern in der Nähe der Hütte um kurz die Ausrüstung für eine Hochtour durchzugehen. Wir lernten die Seilverkürzung, die uns am nächsten Tag immer wieder unterkommen würde. Danach ging es ab in den Schnee: Zuerst zeigte uns Tobias, wie eine Verankerung im Schnee mit Pickel und Verseilung aussehen sollte. Diese probierten wir nun gekonnt nachzubauen

Natürlich fiel niemand komplett in den Schnee/Firn; dies musste natürlich schleunigst geändert werden. Deshalb begannen wir die Sturzübungen entlang eines steilen Schneestückes. Wir liesen uns zuerst ohne Pickel und später mit Pickel vorwärts, rückwärts und verkehrt rückwärts in den Schnee fallen. Kurz gefasst, versuchten wir uns zuerst auf den Bauch zu drehen und uns mit Händen oder Pickel mit Kopf bergauf gerichtet im Schnee zum Halt zu bremsen. Eine nasse, aber doch lustige Aufgabe, die wir oft wiederholten, um in einer Ernstsituation die richtigen Bewegungung intus zu haben.

Nass und für den Ernstfall eines Abrutsches im Schnee vorbereitet machten wir uns auf den Weg zurück zur Hütte, wo wir uns bereits auf das Essen (war wirklich vorzüglich und für jeden genügend vorhanden) und einen gemütlich Abend freuten.

Sonnenaufgang

Am nächsten Morgen machten wir uns für die, und für manche erste, Hochtour bereit. Nach dem Frühstück stapften wir über hügelige Firnlandschaft Richtung Roter Totz. Im Steingelände angelangt, gingen wir je zu zweit am kurzen Seil über die ersten Grate und machten uns so mit der Seiltechnik und dem Gelände vertraut. Der Rote Totz war jedoch nur unser erster Stützpunkt und erste Jausenstation (= österreichisch für Brotzeit; Verstärkung).

Gehen am kurzen Seil

Unser Weg führte uns über das Steghorn, eine wenigschwierige Bergtour (WS), die wir durch Tobis Geschick meisterten.

Kletterstelle am Aufschwung zum Ostgrat vom Steghorn

Auf dem Steghorn Ostgrat

Kletterpassagen, Absicherungen und Spuren im Schnee, inklusiver finaler Abseilstelle rundeten somit unser Hochtourenprogramm ab und wir können somit getrost ist die Höhen der Berge auf Touren gehen.

Neben unserem großartigen Bergführer Tobias Erzberger waren dabei:

Jannik, Katharina, Liselotte, Sheila, Zora und ich (Daniel, wegen mir auch das österreichische Jausn :D)

Vielen Dank euch alle, hat irrsinnig Spass gemacht und war bis zum Schluss (inklusive dem Lauf zur Gondel) ein super Wochenende!!!

 


Bericht Nr. 2 von Katharina Ihde

Juhui der AACB hat einen Hochtourenkurs ausgeschrieben; für mich gerade zur rechten Zeit! Denn einen Monat später werde ich die Ehre haben, mit der Alumni Vereinigung die jährliche Bergwanderung zu begleiten. Und da sich in diesem Jahr kein geübter AACB`ler für die Wanderleitung finden liess, obliegt die Hauptleitung meinen Fähigkeiten, was für mich eine Herausforderung darstellen wird, konnte ich mich bis anhin als Co-Leiterin auf die Erfahrung, das Wissen und Können eines passionierten Hochtourler`s abstützen.

Also, dachte ich, nichts wie los, der angebotene Hochtourenkurs ist die Gelegenheit mein Bergwanderwissen aufzufrischen und mir für das Hochgebirge Sicherheit anzueignen, so dass ich mir die Begleitung einer Gruppe zutrauen kann.

Der Kursort wurde in der Lämmeren gewählt. Denn da gibt es zu dieser Jahreszeit noch genügend angemessen steile Schneefelder, in welchen wir gute Falltechniken üben können. Dies war, nach einer umfassenden Einführung zu den Klettergeräten und deren richtigen Anwendung (Pickel, Karabiner, Felsanker, Seil und Knoten) eine praktische Übungssequenz am Samstag Nachmittag. Wir purzelten also kopfüber oder unter, in allen möglichen Fallvarianten einen Schneehang hinunter und lernten so rasch als möglich uns mit Hilfe des Pickels zu stoppen (und wenn der Pickel nicht greifen wollte, war`s dennoch lustig den Hang hinunter zu rutschen 🙂 denn an einem Übungshang kann ja nichts passieren).

Am Samstag Nachmittag lernten wir zudem: Anseilen zur Bildung von Seilschaften, Seilverkürzung und gehen am kurzen Seil sowie Sicherungen im Schnee- / Eisfeld anzubringen. Das Üben der dazugehörigen Knotentechniken sorgte immer wieder für „Verwirrungen oder ungewollten Verknüpfungen“. Tobias war stets rasch zur Stelle und zeigte die besten und schnellsten Handgriffe in aller Ruhe. Wir übten fleissig, so dass wir die Techniken am Sonntag ganz fix, ohne lange überlegen zu müssen (beinahe routiniert) anwenden konnten.

Aber bevor wir am Sonntag die geplante Tour antreten, gibt es in der Lämmerenhütte ein wunderbares Z`Nacht mit Suppe, Salat, Curryreis und Dessert. Dann die verdiente Nachtruhe; naja Ruhe ist vielleicht zu viel versprochen, aber als „Bergler“ stellt man sich ja auf eine kurze Nacht mit Unterbrechungen in einem überhitzten Massenschlag ein.

Also nun zur Tour am Sonntag: Ungewöhnlich spät (07.00h) starteten wir zum Roten Totz. Der Aufstieg war etwas anstrengend und zeitraubend, da es über mehrere grosse stark zerfurchte Schneefelder ging. Wir hatten wunderbares Bergwetter, nicht zu warm oder kalt und doch sehr schön sonnig. Für den letzten „Bitz“ (eine Grenzerfahrung? ja geografisch BE/VS, nicht aber klettertechnisch) bis zum Gipfel konnten wir die am Samstag gelernten Techniken (gehen am kurzen Seil, Sichern in der Felswand) anwenden; das hat grossen Spass gemacht. Sicher und stolz genossen wir auf dem Gipfel unser Lunch und die Aussicht. Dann den „Bitz“ wieder runter. In der Lücke habe ich mich entschieden eine Lücke in der Gruppe auf zu tun oder nicht entstehen zu lassen? Denn so ging es zahlenmässig gut auf, dass sich drei Zweierseilschaften für den Aufstieg mit Kletterpartien zum Steghorn bilden konnten. Ich konnte das immer kleiner werdende Grüppchen beim Aufstieg, beim Steigeisenmontieren und beim Klettern (manchmal verstand ich sogar die Anweisungen „isch guet, chasch cho“) beobachten, während ich mich in der noch scheinenden Sonne badete. Aber eben, es kündeten sich schwere Wolken an, die Sonne blieb weg und es wurde kühl; also musste ich mich, um nicht auszukühlen, in Bewegung setzen, d.h. gemütlich zurück zur Lämmerenhütte zu gehen und hie und da ein Blümlein bewundern. Kaum war ich in der Hütte, hat sich der Regen eingestellt. Von drinnen konnte ich das lustige Treiben von mehreren Murmeli beobachten, die einen regelrechten Regen-Fangis-Tanz vorführten. Aber mein Grüppchen konnte ich nirgends sehen; die Ärmsten! Jetzt werden sie verregnet und wenn sie nicht bald zurück sind, werden wir die letzte Talfahrt vom Gemmipass nach Leukerbad nicht erreichen. Ah doch, da sehe ich sie plötzlich hinter Felsen hervorkommen. Also mache auch ich mich startklar! Doch es dauert etwas länger als ich dachte, bis die Gruppe bei der Hütte ankommt. Ich informiere, dass es uns wahrscheinlich nicht mehr auf die Gondel reicht und dass der Bergweg nach Leukerbad gesperrt ist. Alternativen wären: eine Extrafahrt oder weiter wandern nach Sunnbiel, wo es wieder eine Bahn nach Kandersteg gibt. Ich konnte kaum ausreden, da sind drei der Gruppe schon auf und davon! Die wollen die Gondel noch erreichen? Tja, ein Versuch ist es wert und wenn sie`s schaffen, dann können sie die Gondel aufhalten und uns ankündigen. Also machen auch wir uns „difig“ auf den Weg, aber für die Durchquerung des Lämmerenbodens brauchen wir doch etwas länger und dann noch zum Schluss der kleine „Stutz“ zum Gemmipass! Uhhhf ja, die letzte Gondel ist weg! Aber welch Freude unsere drei Kumpanen empfangen uns mit der erfreulichen Nachricht, dass wir jetzt die Kosten der Extrafahrt auf sechs Personen teilen können; das ist doch ein Entgegenkommen! Tobias verlässt uns hier, denn er hat sein Super-Ultraleicht-Mountanbike dabei und geht „no schnäll“ auf Erkundungstour Richtung Kandersteg. So wie am Anfang des Wochenendes, als sich die Gruppe in Etappen formierte, löst sie sich wieder auf. Ich blicke auf ein schönes und erlebnisreiches Wochenende zurück. Besonders freut es mich, dass ich bereits einiges des Gelernten anwenden konnte. Und auf einen nächsten Kurs freue ich mich auch!


TN: Daniel, Jannik, Katharina, Liselotte, Sheila, Zora

Bergführer: Tobias Erzberger

3 jours de ski dans la vallée de Chamonix (31. Mai – 3. Juni 2018)

Une sortie racontée en français pour changer! Avec l’hiver très enneigé, les itinéraires d’altitude sont en très bonnes conditions ce début juin. Direction les Grands Mulets, avec la face N du Mt Blanc en tête. Sur une bonne idée de Marco, nous faisons la route le Vendredi soir et dormons au chalet CAF du tour (12€ et petit déjeuner *** pour 10€), en plus ça nous fait une première nuit à 1400m.

Départ à 6h30 du parking du tunnel du Mt Blanc. On porte jusqu’à 2000m environ puis on continue à ski. Les gares intermédiaires de l’ancien téléphérique de l’Aiguille du Midi ont encore leurs cabines… inattendu! Accès au glacier et passage de la jonction sans problème. On atteint le refuge les premiers, 1800m plus haut. Marco est le premier humain que le gardien (encore un peu renfrogné) voit depuis 5 jours! On profite du cadre et de la bibliothèque.

Réveil 1h30. Les cordées se repartissent entre l’itinéraire classique des Plateaux (moins raide mais exposé aux chutes de sérac) et l’arête N du Dôme. Pas d’hésitation pour choisir, par contre nous sommes perplexes car plusieurs cordées qui avait aussi choisi l’arête continuent dans la direction des plateaux. Nous ne sommes plus que 3 cordées à l’attaque de l’arête. Les plus rapides (ils nous ont doublé il y a un moment) hésitent longuement puis font demi-tour au premier ressaut en glace (5 pas tout au plus). On savoure donc cette magnifique ascension en compagnie d’une seule autre cordée, très sympas. Longue traversée vers le col du Dôme, j’apprécie plus le paysage sur ce terrain moins raide que celui où nous avons remis les skis à la sortie de l’arête; par contre, en arrivant au col, Marco ne se sent pas bien. On met le cap sur le Dôme du Gouter. Les 100 derniers mètres de montée font empirer ses sensations: c’est décidé, ça sera notre sommet pour aujourd’hui. Tellement plat, comme un morceau de banquise perché sur la montagne. On reviendra pour la face N (d’ici là, on va essayer de faire le nécessaire pour pouvoir apprécier ce genre de descente à plus de 4000m et avec 1800m de montée dans les jambes!). Descente par les Plateaux, on ne traine pas, cernés par des séracs majestueux et menaçants à la fois. On apprécie la sieste comme jamais, la bibliothèque (quel cadre pour une première lecture du Sommet des Dieux!) et la bière du refuge brassée à l’eau du glacier 🙂

Grasse matinée, on part les derniers après quelques moments sympas avec le gardien. Révision de mouflage au pied du refuge (pas inutile pour la saison qui commence, il n’y en avait pas un pour rattraper l’autre!). On apprécie de re-enrouler ces paysages et d’être en forme pour la descente. Pizza obligatoire à Chamonix pour admirer la pureté de la ligne de l’arête. On ne reste pas plus longtemps, sinon Marco va commencer à se prendre pour un français!


 

Unusual company to start the tour…

Back to the 50’s!

„Arête en vue!” (above Marco, a tiny bit to the right)

La jonction, said to be a place where glaciers move 1m per day in average!

Reaching the Refuge des Grands Mulets

High altitude sewing action (caption added by Marco)

On the ridge in the morning light

The flatest peak of the year: Dôme du Goûter

Mt Blanc’s N face is calling us

Returning to Refuge des Grands Mulets (claimed to be the oldest one of the French Alpine Club CAF)

View from the hut: Aiguille du Midi in sunset light

Mouflage (“Flaschenzug“) is so easy to forget!

Skiing roped up is always fun 😉

Back to spring

Marco turning French (with arête N du Dôme in the background)


Route Freitag: Chamonix (Parkplatz beim Tunneleingang 1280m) – La Jonction – Ref. Grands Mulets (3051m) [ZS, 1800hm]

Route Samstag:  Ref. Grands Mulets (3051m) – Arete N du Dôme du Goûter – Dôme du Goûter (4304m) – Abfahrt über Grand und Petit Plateau – Ref. Grands Mulets [ZS+, 1300hm]

Route Sonntag: Ref. Grands Mulets – La Jonction – Chamonix (Parkplatz)

 

TN: Thomas, Marco

Sobrio – Another day in Pimper’s Paradise (21. Oktober 2017)

8:09 Uhr und der Zug nach Lugano ist voll. Trotz dem perfekten Wetter nördlich der Alpen haben wir uns für den Klettergarten in Sobrio entschieden. Doch auch südlich der Alpen lässt das Wetter nicht viel zu wünschen übrig, ein perfekter Herbsttag erwartet uns!

Aufstieg zum Klettergarten

Von Bodio aus geht es ziemlich steil zwischen Felsen und Kastanienbäumen hoch in Richtung Wand. Der Boden ist von Blättern bedeckt, jeder Schritt raschelt im Laub. Immer wieder ergibt sich ein wunderbarer Blick auf die Leventina, die nun schon einige Meter unter uns liegt.

Herbstwald in der oberen Leventina

Zünftig aufgewärmt von 45min Aufstieg machen wir uns sofort am Fels zu schaffen. Der Sektor «Il bruco» eignet sich mit seinen 5cs von 14m-18m perfekt für den ersten Felskontakt. Danach ziehen wir einen Sektor weiter ins «Pimper’s Paradise», wo wir unter anderem unsere Füsse in der gleichnamigen Route auf die Probe stellen (Pimper’s Paradise, 6b+, 25m, ein Muss!) .

Levi in Pimper’s Paradise (6b+)

Alles in allem ist Sobrio ein ausgezeichneter Klettergarten den ich nur empfehlen kann! (Alternativ kann man auch per (Post-)Auto bis ins etwas höher gelegene Dorf Sobrio fahren und von dort zur Wand absteigen.)

Bushdoctor (6a+) (gebohrt von D. Arnold)

Teilnehmer: Levi Vogelsanger, Alex Plüss (Bericht)

Überschreitung Lenzspitze – Nadelhorn (26. – 27. Juli 2016)

Es sollte mal wieder in die Walliser Täler gehen. Schnell konnten wir uns für die Überschreitung der Lenzspitze zum Nadelhorn begeistern und ebenso schnell meldeten sich auch zwei Tourenpartner auf die Ausschreibung: Phil und Sämi. Wir planten, die Lenzspitze von der Domhütte über den Gletscher anzugehen und dabei den brüchigen Südgrat der Lenzspitze in Kauf zu nehmen, weil so die Kletterei in Dunkelheit (bei Ausgangspunkt Mischabelhütte) entfällt. Wir erwarteten, auf diesem Weg schneller und vor Aufzug der Quellwolken auf der Lenzspitze zu sein.

Kurz vor Visp erreichte uns im Zug die Nachricht von Phil, der sich von der Tour abmelden musste, nachdem er aufgrund eines verspäteten Zuges seinen Flug nicht mehr erwischen konnte. So beschlossen wir, ein Seil in Visp zu deponieren und die Tour zu dritt anzugehen.

Randa

Randa

 

Der Hüttenweg von Randa führt erst steil durch schöne Lärchenwälder, die sich mehr und mehr lichten und so einen grossartigen Blick aufs imposante Weisshorn erlauben. Nach der Europahütte führt der gut markierte Weg über einige Felsstufen erneut steil zur Domhütte. Dabei erleichtern Steigbügel und Stahlkabel die Fortbewegung; viel schöner als das ganze Eisen sind jedoch die in Handarbeit angelegten Steintreppen, die elegant in die Felslücken hinein gebaut wurden.

Steintreppen beim Hüttenzustieg

Steintreppen beim Hüttenzustieg

 

Nach gut 2.5h erreichten wir die Hütte und inspizierten den ersten Teil des Zustiegs über die Moräne auf den Gletscher.

Mike beim Hüttenzustieg

Mike beim Hüttenzustieg

 

Die Domhütte und im Hintergrund das in Wolken gehüllte Weisshorn.

Die Domhütte und im Hintergrund das in Wolken gehüllte Weisshorn.

 

In der renovierten Domhütte sind die 6er-Zimmer zwar sehr gemütlich, die Nacht jedoch weiterhin sehr kurz. Pünktlich um 3 Uhr starteten wir in die Dunkelheit der feucht-warmen, nebligen Nacht. Dank dem klaren Abendhimmel am Vortag konnte die Schneedecke immerhin teilweise gefrieren, sodass wir den Festigletscher trotz aufgehender Spalten noch einigermassen gut begehen konnten. Nach und nach überholten wir die anderen Seilschaften, sodass wir an zweiter Stelle in die trockenen Felsen beim Festijoch einsteigen konnten.

Morgenstimmung auf dem Hobärggletscher – Matterhorn bis Weisshorn.

Morgenstimmung auf dem Hobärggletscher – Matterhorn bis Weisshorn.

 

Da trennten sich die Wege: einige Domaspiranten stiegen in den Festigrat ein, andere gingen den Dom über die Normalroute an; die Lenzspitze hatte ausser uns niemand im Sinn. Wir stiegen über eine kleine Eisflanke auf den Hobärggletscher ab, wo uns eine gute Spur um die beeindruckenden Längsspalten herum führte.

Entlang den Längsspalten des Hobärggletschers. Im Hintergrund (v.l.n.r.): Nadelhorn, Lenzspitze, Gendarm

Entlang den Längsspalten des Hobärggletschers. Im Hintergrund (v.l.n.r.): Nadelhorn, Lenzspitze, Gendarm

 

Auf dem grossen Plateau angelangt verliessen wir diese Spur in Richtung Lenzjoch. Der Bergschrund liess sich nach kurzer Suche gut überwinden, sodass wir etwas nördlich des Lenzjochs beim zweiten Turm in Nordwandambiente die steile Flanke (50°) in teilweise recht hartem Firn erklimmen konnten.

Mike nach beim Erreichen der Felsen nach der steilen Eisflanke. Im Hintergrund die Domaspiranten auf dem Normalweg über die spektakuläre Schneebrücke.

Mike beim Erreichen der Felsen nach der steilen Eisflanke. Im Hintergrund die Domaspiranten auf dem Normalweg über die spektakuläre Schneebrücke.

 

Pünktlich nach vier Stunden gelangten wir auf den Grat, wo sich ein eindrücklicher Blick in die Abgründe des schon stark wolkenverhangenen Saasertals bot.

Mike und Sämi auf dem Südgrat der Lenzspitze.

Mike und Sämi auf dem Südgrat der Lenzspitze.

 

Wir genossen die Kletterei in dieser wilden Umgebung, die exponiert über den technisch einfachen, aber teilweise sehr brüchigen Grat führt. Die Routenführung gestaltete sich meist einfach, nur etwas Neuschnee auf den abwärtsgerichteten Platten erforderte entsprechende Vorsicht.

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Mike und Marco vor dem Verbindungsgrat Lenzspitze – Nadelhorn.

 

Sämi und Mike in einem kleinen Quergang im Bruch der Ostflanke.

 

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Noch etwas Neuschnee auf den Platten.

Noch etwas Neuschnee auf den Platten.

 

Abstieg über den Festigletscher - viel Feuchtigkeit in der Luft.

Abstieg über den Festigletscher – viel Feuchtigkeit in der Luft.

Schon verdunkelten sich die Quellwolken im Saastal und bald mussten wir feststellen, dass wir zu langsam unterwegs waren und den gesetzten Zeitplan nicht einhalten konnten. Aufgrund der sehr instabilen Wetterlange und dem Rückstand entschlossen wir uns kurz vor dem grossen Gendarmen für einen Abbruch der Tour. Nach einem kurzen Zwischenhalt bei der Domhütte erreichten wir nach 17 Uhr den Bahnhof Randa im gerade einsetzenden Gewitterregen.

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Auch wenn wir die Tour nicht wie geplant durchführen konnten, schenkte sie uns doch ein sehr eindrückliches Bergerlebnis. Deswegen und auch weil Rückzüge zum Bergsteigen gehören, soll die Tour auch ohne Gipfelerfolg in die AAC Basel Tourenberichte Eingang finden.

 

Route: Randa (1408m) – Domhütte (2940m) – Lenzjoch (4121m) – Lenzspitze (4294m) – Nadelhorn (4327m) – Mischabelhütte (3335m) – Saas-Fee (1809m) (ZS+, E4)

TN: Sämi Bernhard, Marco Bruni, Mike Devereux