Workshop Materialwartung und Spaltenrettung (18. Juni 2018)

Der AAC Basel verfügt ab sofort über einfaches Ski-Wartungs-Material (Bügeleisen TOKO, Bürsten, Schaber, Feilen, etc.). Wir werden zwei Mal im Jahr einen Materialwartungsabend organisieren. Der erste fand nun mitten im Juni statt, sodass wir unsere Skis mit gutem Gewissen in den Sommerschlaf schicken konnten.

Wir haben folgende Wartungsarbeiten zusammen anschaut:

  • Skis heiss wachsen
  • Löcher im Belag flicken
  • Steigeisen & Pickel feilen

Gleichzeitig übten wir noch Spaltenrettung an der Gartenlaube von Liselotte.


 

Im schönen Garten (mit Jägersitz!) von Liselotte bauten wir unsere Outdoor-Werkstatt und Buffet auf.

Materialwartung: Skis wachsen, Belag flicken und Steigeisen schleifen

Das Buffet nahm uns lange in Anspruch, die Arbeiten verzögerten sich etwas und es begann zu dämmern.

Während die eine Gruppe noch Spaltenübung im Dunkeln übte, wurde fleissig weitergewachst – wer’s im Dunkeln kann, der kann’s! 🙂


TN: Flavio, Liselotte, Marc, Marco, Silke, Thomas, Zora

Im Entlebucher Fluezirkus: Torflue – Äbnistetteflue – Änggelaueneflue – Lanzigeflue – Baumgarteflue – Grönflue – Schwändliflue (16. Juni 2018)

Im Entlebucher Fluezirkus: Torflue – Äbnistetteflue – Änggelaueneflue – Lanzigeflue – Baumgarteflue – Grönflue – Schwändliflue

Unvergessliche, lange und einsame Tagestour über die Flühe des Entlebuchs.


Weil an diesem Tag der Pfarrer das neue Postauto einweihte und der Kurs das erste Mal in der Saison befahren wurde, erhielten alle Fahrgäste einen Laib Käse, Wurst, Schrattenstein-Gebäck und ein Kilo Infomaterial – doch nichts mit ultralight.

Die wenigen steilen Grasflanken sind oft guttrittig.

In stetem Auf und Ab geht’s kurzweilig über die lange Fluh.

Blick zurück. Hinten der Schimberig, ein beliebter Skiberg.

Immer wieder ist Gleichgewichtssinn gefragt, denn man bewegt sich meistens direkt an der Gratkante.

Die Route verläuft über ein Grasband rechts dieses Aufschwungs.

Im Juni steht die Alpenflora hier oben in voller Blüte.

Von der Grönflue führt eine wilde Route durch eine Rinne und ein Band direkt weiter (T6, steinschlägig). Von oben her ist sie ohne Routenkenntnis nicht anzuraten. Wir verzichten, steigen über eine Grasflanke ab und bei nächster Gelegenheit über den Wanderweg über Geröll wieder zurück auf den Kamm.

Wohl einer der steilsten Waldwege der Schweiz führt in 50°-Terrain durchs Rüchiloch hinunter nach Flühli LU.

Goldene Abendstimmung in Flühli LU

 


Route: Gründli – Toregg – P. 1834 – Schafmatt – Grönflue – Hurbele – P. 1778 – Rüchiloch – Flühli [1900 hm, T5+, II]

TN: Claire, Jessica, Marco, Matthias, Thomas

Grand Combin de Grafeneire (18. – 20. Mai 2018)

„Der Gipfel der Superlative, der mit seiner Vergletscherung aussieht wie ein Berg im Himalaja. Eine Tour für den Frühling, die alles bietet.“ So beschreibt der SAC Skitourenführer die Tour auf den Grand Combin im hinteren Val de Bagnes.

Diese Zeile hatte sich bei der ersten Lektüre in unser Gedächtnis eingebrannt. Als der Hüttenwart der Cab. Panossière sehr gute Verhältnisse meldete und die Wettervorhersagen fürs Pfingstwochenende auch mehr oder weniger stimmen sollten (je nachdem, welchen Modellen man Glauben schenkte), hielt uns nichts mehr zurück. Weil das Wetter aber von Tag zu Tag instabiler wurde, starteten wir einen Tag früher als geplant. So vermieden wir den Ansturm an Pfingsten und erlebten eine unvergessliche Skitour.


Freitag: Hüttenzustieg Mayen du Revers – Cabanne Pannossière
Die Schneelage im Gebiet war noch gut. Nach einer knappen Stunde Tragezeit erreichten wir eine geschlossene Schneedecke.

Abstieg auf dem Winterweg in die Schlucht der Dyure de Corbassière. Der Sommerweg ist zur Zeit noch heikel.

Ankunft bei der Cabanne Panossière zur Mittagszeit. Die Hitze während den letzten Metern war quälend.

Freie Sicht auf den Glacier de Corbassière und die Krone des Grand Combin mit seinen drei Gipfeln bei Ankunft an der Hütte.

Samstag: Grand Combin de Grafeneire
Für den Nachmittag waren mögliche lokale Gewitter vorhergesagt. So riss uns der Wecker bereits um 2h20 aus dem kurzen Schlaf. Zusammen mit zehn weiteren Tourengängern starteten wir im Schein der Stirnlampen als erste in die dunkle Nacht. Obwohl der Himmel bedeckt war und es kaum abstrahlen konnte, war die Schneedecke auf dem flachen Gletscher meist tragend. Ein gelegentlicher Blick aufs GPS liess uns vergewissern, dass wir auf der Route waren.
Auf 3650m tauschten wir die Skier mit Steigeisen und Pickel und stiegen auf der Westseite des Grand Combin durchs Couloir de Gardien auf.

Am Fusse des Couloir du Gardien. In der Sonne der Mont Blanc.

Im mittleren Teil des Couloir du Gardien. Wir blieben solange wie möglich ausserhalb der Fallline der Séracs beim Ausstieg des Couloirs.

Beim Ausstieg setzten wir ein paar Eisschrauben. Thomas im Vorstieg.

Das weite Plateau nach dem Ausstieg. Noch 300hm trennten uns vom Gipfel. Wir seilten uns wegen den grossen Spalten an.

Auf dem grossen Plateau machten einige Tourengänger noch den kleinen Umweg über den Combin de Valsoray. Aufgrund der Wettervorhersage und mangelnder Akklimatisation stiegen wir direkt weiter auf den Hauptgipfel Combin de Grafeneire (4314m), den wir nach 6.5 Stunden um 9h30 erreichten.

Für die Abfahrt wählten wir die ehemalige Normalroute über „Le Corridor“, eine Rampe die quer durch die gewaltigen Felsbänder und Hängegletscher der Nordflanke des Grand Combin führt. Diese wird heute wegen Eisschlaggefahr nicht mehr im Aufstieg begangen. In der Abfahrt wird die objektive Gefahr aber als vertretbar angesehen und die Route entsprechend oft gemacht. Wir traversierten vom Gipfel mit den Skis entlang der Aiguille de Croissant und über die steile Mur de la Côte an den den Beginn des Corridors. Die unglaubliche imposante Route durch diesen Corridor befuhren wir zügig und ohne Fotopause. Die darüberliegenden Eisabbrüche, die man dabei mit Demut und Ehrfurcht passiert, waren gewaltig. Und das Abrutschen über das Eistrümmerfeld stellte die Oberschenkel zum Schluss noch auf eine harte Probe.

Unten auf dem Plateau de Déjeuner gönnten wir uns die erste längere Rast des Tages und genossen dann die mühelose Abfahrt in schönem Sulz. Erst auf dem flachen Gletscher mussten wir etwas schieben, um das Tempo halten zu können. Das Timing war gut: bei der Ankunft bei der Hütte fielen ein paar Schneeflocken. Gewitter blieben jedoch auch am Nachmittag gänzlich aus.

Kurz nach der Ausfahrt aus Le Corridor auf dem riesigen Glacier de Corbassière. Hinter uns macht’s zu.

Sonntag: Petit Combin
Für den Sonntag wählten wir ein entspannteres Ziel. Wir starteten nach den vielen Grand Combin-Pfingst-Aspiranten um 5 Uhr als einzige Gruppe zum Petit Combin. Nach den wenigen Schneeflocken des Vortags und der klaren Nacht war der Schnee angenehm zu gehen und nur der steile Hang vor dem namenlosen Pass P. 3563 forderte uns heraus.

Lange Schatten kurz vor dem namenlosen Pass P. 3563.

Im Nebel kurz vor der Ankunft auf dem Pass. Der letzte Schlusshang im harten Lawinenschnee war sehr steil und auch mit Harscheisen anspruchsvoll für eine WS- Tour.

Die Wettervorhersage war schlechter als am Vortag und tatsächlich wurden wir bei der Ankunft auf dem Pass in Nebel gehüllt. Unten raus war die Sicht allerdings gut uns so entschieden wir, nicht auf den Gipfel zu steigen, dafür aber die direkte Abfahrt über den Glacier des Follâts zu wählen. Es erwartete uns die perfekte Frühlingsabfahrt.

 

Kurz vor der Abfahrt auf dem Pass. Hinten der Combin de Corbassière.

In der Direktabfahrt auf dem Glacier des Follâts.

Wir haben den idealen Zeitpunkt erwischt und ziehen die ersten Spuren des Tages in den perfekten Sulzschnee.

Das einzige Foto von Sarah in der Abfahrt. Sie war einfach zu schnell für Thomas‘ Linse.

Auch im unteren Teil der Abfahrt findet Thomas die beste Line.

Auf dem flachen Gletscher war der Schnee noch recht hart und unten in der Schlucht warteten fiese, harte Regenrillen auf uns. Es war beeindruckend, wie stark der Schnee um unteren Teil der Route zurückging. Die massive Käseschnitte in der wunderbaren Dorfbeiz „Le Mazot“ in Fionnay beendete die eindrückliche Tour würdig.

 


Route Freitag: Meyen du Revers (1410m) – Schlucht – Cab. Panossière (2641m) [Route 53a, 1330 hm, WS+]

Route Samstag: Cab. Panossière (2641m) – Plateau de Déjeuner – Couloir du Gardien – Combin de Grafeneire (4314m) – Mur de la Côte – Le Corridor – Cab. Panossière [Routen 420a & 420b, 1750hm, S+]

Route Sonntag: Cab. Panossière (2641m) – Col P. 3563m – Glacier de Corbassière [Routen 430a & 431b, 1000hm, WS- (eher ZS)]

TN: Thomas, Sarah, Marco B.

Von der Blumenwiese auf den Brunnistock (5. Mai 2018)

Der Brunnistock ist ein wunderbarer Skiberg und wird im Winter bei sicheren Verhältnissen oft (und meist von der Rugghubelhütte aus) bestiegen. Im Frühling nimmt der Rummel ab und man hat die Ruhe und Wildheit der Urner Alpen fast für sich alleine.

Weil der Frühling nun auch in höheren Lagen Einzug hält, entschieden wir uns für einen sehr frühen Start und schlugen unser Zelt am Vorabend in der Dunkelheit in der Nähe von Altrüti auf. Das Kondenswasser am Zeltdach liess bei Weckerklingeln um 03.30 Uhr nichts Gutes verheissen: die Bewölkung hatte sich wider Erwarten nicht verzogen – also keine Abstrahlung bei Plustemperaturen im fast zweistelligen Bereich.

Mit aufgebundenen Skis liefen wir los, erreichten auf dem Bösenboden (ca. 1500m) nach 30 Minuten eine Schneezunge und stiegen auf der erwartet durchfeuchteten Schneedecke über alte Lawinenkegel hoch zum Jägerhüttli und weiter über die Rampe vom Firnbäch. Nun klarte es auf und trotz aufkommender Dämmerung reichte es noch, dass der Schnee im oberen Teil zumindest oberflächlich etwas gefrieren konnte.

Das Couloir (40 Grad auf 80hm) vor der Gitschenhörelihütte erstieg sich dank guten Schneeverhältnissen problemlos ohne Harscheisen. Nach einer kurzen Abfahrt auf dem Blüemlisalpfirn wurden letztere aber in einer Traverse nötig.

Leider war die Schneedecke auf dem Gipfelhang nicht durchgehend und der Schnee sehr hart. So machten wir kurz nach dem Sattel Skidepot und stiegen zu Fuss erst steil dann flacher auf den prächtigen Aussichtsgipfel, den wir nach 4.5h erreichten und mit vier Urnern teilten.

Die Abfahrt auf dem Gletschter war wunderbar – zuerst etwas kratzig, dann schön aufgesulzt.  Auch das steile Couloir nach dem Gegenaufstieg fuhr sich gut. Dann aber wechselte es schlagartig auf weichen, aber immerhin noch einigermassen drehbaren Pflotsch. Der Blick zurück auf die Abfahrt war gewaltig und eindrücklich. Weil die Rampe in der Flucht verborgen blieb, konnten wir es kaum fassen, wie wir den Felsriegel passieren konnten. Um 11 Uhr trafen wir wieder am Ausgangspunkt bei Altrüti ein und bliesen unsere Zeltmatten ein zweites Mal auf – für eine Siesta auf der grünen Blumenwiese in völligem Frieden.

 


Erste Sonnenstahlen bei Firnbäch

Der Blüemlisalpfirn (UR) mit dem Brunnistock

Lange Schatten auf dem Gletscher

Sonne hinter dem Brunnistock I – ganz links im Bild der Sattel, von dem aus die Skitourenroute auf den Gipfel führt.

Sonne hinter dem Brunnistock II – Fussaufstieg zum Gipfel nach dem Skidepot

Kurz vor dem Gipfel des Brunnistocks über dem Wolkenmeer

Wunderbares Panorama und viele Fönfische im Osten

Thomas in der Abfahrt auf steilen und schönen Hängen im oberen Teil der Tour

Rückblick vom Frühling aus hoch zu den Felsriegeln, wo wir herkamen.

Das wunderbar friedliche, aber wilde Grosstal ob Isenthal

 


Route: Altrüti bei St. Jakob im Isenthal (1270m) – Brunnistock (2952m) [Route 541a, ZS+, 1850hm (mit Gegenanstieg auf Blüemlisalpfirn)]

TN: Thomas, Marco B.

Zentralschweizer Durchquerung – In drei Tagen von Engelberg nach Gurtnellen (6. – 8. April 2018)

Die geplante Tour rundum Arolla mussten wir kurzfristig umplanen – zu beliebt und ausgebucht sind zur Zeit die Hütten an der Haute Route. Und das war unser Glück! Denn so verbrachten wir drei Tage in der Zentralschweiz, wo zu dieser Jahreszeit nur sehr wenige Skitürler unterwegs sind.

Von Engelberg bzw. Herrenrüti stiegen wir am Freitag auf den Grassen und fuhren wieder zurück in Richtung Wendenjoch zum Grassenbiwak. Am Samstag führte uns eine abenteuerliche Route (Engelberger Haute Route) im Auf und Ab am Grassengrat entlang aufs Spannortjoch und runter zur Kröntenhütte. Am letzten Tag stiegen wir auf den Krönten und fuhren über die Kröntenlücke und durchs Gorneren runter nach Gurtnellen – eine wilde  und anstrengende Tour bei idealen Verhältnissen!

 


Freitag

Der SAC Führer nennt den Aufstieg von Engelberg zum Grassen (1870hm) eine „kompromisslose Diretissima“. Der Aufstieg mit Gletscherausrüstung durch Lawinenkegel und Triebschnee auf harter Unterlage erforderte Harscheisen, Spurarbeit und Durchhaltewillen.

Der Schlussaufstieg zum Grassen mit dem Titlis und der Bergstation.

 

Das spektakulär beim Wendenjoch auf dem Tierberg gelegene und hervorragend ausgerüstete Grassenbiwak ist super gemütlich und zu zweit lässt es sich da erst recht gut leben.

Abendstimmung am Grassenbiwak.

 

Samstag

Kurz vor Sonnenaufgang auf dem Firnalpelifirn (!). Im Hintergrund die Spannörter. Keine Spur weit und breit!

Rassige Abfahrt auf der Nordseite des Grassengrats (Grassengletscher) – der erste Teil der „Engelberger Haute Route“

Die Route auf der Nordseite des Grassengrats ist abwechlungsreich und bisweilen anspruchsvoll in der Wegfindung. Die Überwindung eines Riegels kostete uns viel Kraft bei der Spurarbeit an einem steilen Hang.

Endlich geschafft – zweiter Sonnenaufgang auf der östlichen Seite des Grassengletschers.

Auf dem Chüefadpass mit dem Chli Spannort. Mit Fellen fuhren wir etwas ab, um gleich wieder zum Spannortjoch hochzusteigen. Die Verhältnisse (Temperatur, Schnee) liessen keine Besteigung des Gross Spannorts zu. Es hätte sich daran auch nichts geändert, wenn Thomas seinen Wecker richtig gestellt hätte. 😉

 

Sonntag

Sonnenaufgang nach erholsamer Nacht in der bewarteten Kröntenhütte. Und wieder Spurarbeit im Aufstieg zum Krönten.

Uns reizte der Felsgrat oberhalb der Kröntenlücke. So machten wir schon früher als nötig Skidepot und stiegen am Grat hoch.

Der Aufstieg zum Krönten gestaltete sich ziemlich winterlich.

In der Gipfelscharte hatten wir Einblick in die Traverse, die von Norden her auf den Gipfel führt. Diese war heikel und schneebedeckt. So wählten wir die direkte Kletterei bei der Abseilstelle, die zwar mit einer Handschlaufe lockt, aber dennoch zwei, drei fordernde Züge aufweist (IV, A0).

Der Zeitpunkt der Abfahrt stimmte – Traumsulzabfahrt von der Kröntenlücke durchs Goneren nach Gurtnellen.

Weil die Westhänge noch nicht aufgesulzt waren, wählten wir die Südvariante in der Abfahrt ins Goneren – danke Stefi und Markus für den Tipp und die Spur!

Thomas in den letzten steilen Hängen.

Feinste Sulzschwünge bis fast nach ganz unten im breiten Tal (Gorneren), an dessen Flanken sich beeindruckende Lawinen-Kegel aneinanderreihten.

Der Bristen grüsst uns in Gurtnellen.

 


Route Freitag: Herrenrüti (1166m) – Grassen (2946m) – Grassenbiwak (2650m) [Route 472b, ZS, 1870hm]

Route Samstag: Grassenbiwak (2650m) – Stössensattel (2800m) – Grassengletscher (2300m) – Chüefadpass  Spannortjoch – Kröntenhütte, direkt (1903m) [Routen 571b, S-, 850hm]

Route Sonntag: Kröntenhütte (1903m) – Krönten (3108m) – Kröntenlücke (2820m) – Gorneren – Spicher (1254m) – Gurtnellen Dorf (935m) [Routen 590a, 590d, ZS, 1200hm]

 

TN: Thomas, Marco B.

Skitouren im einsamen Val Malvaglia (3. – 4. Februar 2018)

Das Tessin als Skitourenziel hat es uns mit seinen wilden, einsamen Tälern und Gipfeln angetan. Es ist oft nicht einfach, im Süden den richtigen Zeitpunkt für eine Tour zu erwischen, will man vom Tal aus starten und sicher bis ganz nach oben kommen. Wenn es klappt, ist’s umso schöner, wenn man (fast wie auf einer Frühjahrstour) vom weissen Winter in der Höhe in den Frühling ins Tal fährt.

Das Val Malvaglia, ein wildes Seitental des Valle di Blenio, zweigt bei Malvaglia nordöstlich ab und führt bis zum Rheinwaldhorn. Es bietet im Sommer schöne Sportklettereien und im Frühling wilde Skitouren auf die Adula oder den Vogelberg. Im Winter wird das Tal nur sehr selten besucht.


Samstag

Von der Bergstation bei Dagro leitet die Route nach 150hm Aufstieg über einen schönen Höhenweg hinein ins Tal.

Viele Alphütten säumen den Weg und vom Nordwind in der Höhe ist nicht viel zu spüren. Kalt ist es trotzdem.

Nach der Traverse verlassen wir den Höhenweg und steigen durch lichte Lärchenwälder und offene Weideflächen hoch in Richtung I Panei P. 2623.

Eiserne Kälte und unangenehmer Wind lassen uns nicht lange in der Höhe verweilen. Abfahrt in den Pass P. 2314 und steil runter ins Valle di Sceru.

Die steilen Wände der Adula im Abendlicht, kurz vor Erreichen der Capanna Quarnei.

 

Sonntag

Aufbruch zur Erkundung der Gipfel rundum die Hütte nach Steinpilzrisotto und gemütlichem Hüttenabend – danke an Walti und Ursi von der Sewenhütte, die mit ihrer Gruppe Schneeschuhwanderer die Hütte mit uns teilten.

Aufstieg in coupiertem Gelände zur Cima di Gana Bianca.

Wegen Triebschnee kehren wir vor dem Gipfel um und kommen zu einer ersten schönen Abfahrt.

Zügiger Aufstieg zur Cima di Gana Rossa.

Gipfelpanorama von der Cima di Gana Rossa. Vordere Kette: Matro, Pizzo d’Erra, Pizzo Molare. Hinten: Madom Gröss, Pizzo di Mezzodì, Pizzo Barone, Campo Tencia, etc. (vgl. Via alta della Verzasca)

Abfahrt durch ein windgeschütztes NO-Tälchen in Pulver der Extraklasse.

Mehr als unsere drei Skispuren sind im ganzen Tal nicht auszumachen.

POW!

Abfahrt durch Slalom-Wälder und weite Weiden bis nach Fontané, von wo uns die schneebedeckte Fahrstrasse gemütlich der Talsohle entlanggondeln lässt.

Die Skitourenroute lotst uns mitten durch Dörfer hindurch.

Die Brücke des Todes. Oder so. Auf jeden Fall geht’s da einige Duzend Meter runter und es gilt noch einmal, den Kopf bei der Sache zu haben.

Bei Sciarcè (814m) ist Schluss mit Schnee und es wartet eine Frühlingswanderung (45min) auf uns.

 


Route Samstag: Dagro (1410m) – Vipéra – kurz vor Il Pontei 2500m auf der Route 332a – Abfahrt über Pass P. 2314m ins Valle di Sceru – Abfahrt bis 1800m – Corte di Cima – Capanna Quarnei (2109m)

Route Sonntag: Cap. Quarnei – bis 2700m auf Route 328a – kurze Abfahrt zu Route 329a (2250m) – Cima di Gana Rossa (2787m) – Piano delle Bolle – Cousin – Fontané – Madra – Canè – Pontei – Sciarcè (816m) & zu Fuss nach Rongie (411m)

 

TN: Sebi, Thomas, Marco

Skitouren im Tessin – Valcolla und Valle di Blenio (28.-29. Dezember 2017)

Skitouren im Sottoceneri sind nur bei ausserordentlich guter Schneelage möglich. Ergiebige Schneefälle vor Weihnachten bis in tiefe Lagen sorgten für eine gute Unterlage (exponierte Hänge ausgenommen – siehe Monte Bar), eine erneute Südstaulage am 27. Dezember für guten Puder und der Nordwind ab dem 28. Dezember für Sonnenschein – also ab in den Süden!

 


Valcolla (28. Dezember)

Aufstieg von Corticiasca durch den winterlichen Erlenwald zum Monte Bar.

Dass oben ein stürmischer Nordwind blies, wussten wir. Dass der nur mässig geneigte Monte Bar dem Wind überhaupt kein Hindernis darstellt, kam eher überraschend. Der Fun-Faktor hielt sich trotz Sicht auf die Denti della Vecchia in Grenzen – höchste Zeit, sich nach Alternativen umzusehen.

Rast im Valcolla oberhalb von Corticiasca mit Weitsicht bis zum Monviso.

Oben im offenen Gelände war der ganze Schnee entweder abgeblasen, oder versteckte sich bodenlos tief unter einer fiesen Kruste. Wessen Skispitzen abtauchten, war verloren. 🙂 Unten im Wald reichte es für ein paar erzwungene, nasse Schwünge.

Flucht ins hintere Valcolla nach Cimadera, wo uns Windstille und märchenhafte Buchenwälder erwarteten. Und reichlich Schnee vom Feinsten mit harter Unterlage.

Letzte Sonnenstrahlen auf der Garzirola.

Blick von Cimadera ins Valcolla runter. Rechts die Hügel Caval Drossa und Monte Bar. Im Hintergrund der Monte Gradiccioli und der Monte Tamaro.

 

Valle di Blenio (29. Dezember)

Nach Pizza und Übernachtung im Rustico auf dem Monte Ceneri wieder etwas nordwärts ins verschneite Valle di Blenio nach Largario. Auf der gegenüberliegenden Talseite das Dorf Aquila am Fusse der Adula.

Aufstieg auf einer offenbar kaum mehr begangenen Route an noch bewirtschafteten Alphütten vorbei.

Die Skitourenroute führte früher durch lichte Nadelwälder. Heute wird das Kulturland nicht mehr bewirtschaftet und so kämpfen wir mit Erlen im steilen Wald.

Endlich wieder in offenem Gelände bei Fontanedo.

Nach anstrengender Spurarbeit in windgedeckeltem, offenen Gelände kurze Einkehr in die bewirtschaftete Capanna Gorda und weiter zum Gipfel. Wegen nachlassendem Nordwind wurde es recht dunstig.

Letzte Meter zur Cima di Gorda vor dem Sosto und dem Piz Terri.

Schutzhütte bzw. Adlernest auf dem Gipfel.

Wilde Abfahrt durch Schnee aller Arten (jeweils alle paar Meter wechselnd) und alternierend über offene Hänge und den Erlen-Dschungel runter bis ins Tal, die goldene Adula stets vor Augen.

 


Route Valcolla: Corticiasca (1001m) – Cozzo – Alpe Musgatina – ca. 1430 – Corticiasca [806a]; Fahrt nach Cimadera (1081m) – kurz vor Catelina (1601m) – Cimadera [809a]

Route Val di Blenio: Largario (852m) – Capanna di Gorda – Cima di Gorda / Punta Larescia (2195m) [240b] – Abfahrt über Orsagna – Taiéi – Pari – Chisle – Largario

TN: Claire, Marco, Rahel, Thomas

Val Grande – Drei Tage in der Wildnis zwischen Premosello (I) und Trontano (I) (2. – 4. November 2017)

Der Nationalpark Val Grande liegt im Gebiet zwischen dem Lago Maggiore und Domodossola. Vor vielen Jahrzehnten noch Kulturland, wurde das Tal (mit den vielen Seitentälern) in den 90er-Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt und sich selbst überlassen. Nun führen abenteuerliche Pfade durch diese neue Wildnis.

Unsere Durchquerung führte uns in drei Etappen über alte Pässe und Kämme, durch verlassene Täler und endlose Buchenwälder von Premosello nach Trontano. Übernachtet haben wir auf den Alpen della Colma und Mottàc. Unterwegs trafen wir im Park selbst nur auf eine weitere 4er-Gruppe, ansonsten war ausser den vielen Gämsen und Birk- und Schneehühnern niemand mehr unterwegs – unendlicher Frieden und null Telefonempfang. Wo gibt’s das sonst in den Alpen?!

 


Donnerstag: Premosello – Alpe della Colma (und Pizzo Proman)

Im Aufstieg zur Colla di Premosello kurz vor der Alpe la Piana.

Das Bivacco Alpe della Colma – unser Nachtlager an der Pforte zum Nationalpark Val Grande.

Spätherbst im Val Grande – nach acht Wochen ohne Niederschläge waren gute Wasserquellen rar.

Auf der Krete hoch zum Vorgipfel des Pizzo Proman.

Nordwindwolken (Altocumulus lenticularis) und Hochnebel – dazwischen gute Fernsicht!

Leuchtender Sonnenuntergang auf dem Pizzo Proman mit Monte Rosa. Den Rückweg zur Alp in Dunkelheit nahmen wir in Kauf.


Freitag: Alpe della Colma – Alpe Mottàc

Spurarbeit im Buchenwald – vor 70 Jahren war hier noch Weideland.

Auf dem Rückweg vom Abendspaziergang mit Pizzo Mottàc. Im Hintergrund die Cima Pedum, die wilde Schlucht des Val Grande und der Lago Maggiore.


Samstag: Alpe Mottàc – Punta Tignolina – Alpe Parpinasca – Trontano

Dampfender Kessel auf der Krete von Mottàc zur Testa di Menta.

Durch Alpenrosenfelder auf den Passo dei Tre Uomini.

Kurz vor der Punta Tignolino I.

Kurz vor der Punta Tignolino II.

Im Abstieg von der Punta Tignolino zum Passo di Basagrana.

Abstieg nach Trontano.

 


 

Route: Premosello-Chiovenda (222m) – Pizzo Proman (2098m) –  Alpe della Colma (1728m) – Alpe Serena – Colletta – In la Piana – Alpe Mottàc (1690m) – Pizzo Tignolino (2246m) – Passo di Basagrana – Parpinasca – Trontano (518m)

TN: Agne, Matthias, Marco

Brienzergrat (15. Oktober 2017)

Die Überschreitung des langen Brienzergrates ist eine der schönsten Alpinwanderungen der Schweiz und bietet gerade im Herbst eindrückliche Tief- und Weitblicke.

Von Interlaken fuhr uns die erste Bahn hoch zur Harder Kulm. Von da folgten wir (mit einem ruppigen Abstecher auf den Wannichnubel) dem meist grasigen Kamm in stetem Auf und Ab bis zum Brienzer Rothorn. Dabei mussten wir zügig unterwegs sein, denn die letzte Seilbahn nach Sörenberg fuhr schon am späten Nachmittag. Für ausgedehnte Pausen blieb also wenig Zeit, dafür gab’s viel Sonne und glasklare Sicht. Das wussten auch viele andere Wanderer zu schätzen – die schönen Aussichtsgipfel und Passübergänge waren gesäumt von Picknick-Decken und Hobbyfunkern. Ansonsten war auf den Pfaden dazwischen nicht viel los. Zum Schluss reichte es sogar noch für eine Schorle im Abendlicht auf der Aussichtsterrasse – goldig!


Frühe Anreise auf die erste Bahn hoch zur Harder Kulm

Der AAC Basel im Lauch – wilder, direkter Anstieg auf den Wannichnubel

Wannichnubel und Jungfrau

Auf dem Augstmatthorn erschliesst sich zum ersten Mal das wahre Ausmass der Tour. Links die Schrattenfluh.

Hoch über dem Brienzersee

Elegante Linien aufs Tannhorn

Rückblick beim Aufstieg aufs Tannhorn

Kurz nach dem Abstieg vom Tannhorn, wo uns Leute auf allen Vieren entgegenkamen.

Rückblick von der Aussichtsterrasse auf die vielen Wandermeter.


Route: T5, 20km, +2500hm/-1400hm

Wegpunkte: Harder Kulm (1306m) – Wannichnubel (1584m) – Augstmatthorn (2136m) – Tannhorn (2220m) – Brienzer Rothorn (2348m).

TN: Johannes, Max, Roberto, Vlad, Marco

Gruebenhütten-Weekend mit dem DAV Lörrach (22.-24. September 2017)

Seit dem Eiskletterkurs vom Januar 2017 besteht ein reger Austausch zwischen der DAV Sektion Lörrach und dem AAC Basel. Bisheriger Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war das gemeinsame Wochenende in der Gruebenhütte.

Unbeirrt von den winterlichen Verhältnissen erkundeten die 21 Teilnehmenden den Gruebenkessel während den drei Tagen in unterschiedlichen Spielarten des Bergsteigens – Wettkampf-bouldernd im Biwak, Reibungskoeffizienten-auslotend in den Kletterrouten im besten Fels weit und breit oder auf Schneehuhn-Exkursion durch den Neuschnee wühlend. Und weil nicht alle Touren glückten, ging jede und jeder mit mindestens einem neuen Projekt für den Sommer 2018 zu Tale.

Danke an alle fürs Beitragen (und insbesondere Hinauftragen) und die guten Vibes – das war eine geschmeidige Sache!

PS. ACHTUNG Foto-Flut – sorry Mike, das ist eine Ausnahme! 🙂


Freitag

Winterlicher Grubenkessel – Der direkte Kletterweg (T5) zur Hütte ersparte das Spuren.

Klettereien im Sektor „Oberer Klettergarten“, Benji sucht sich die Risse, Jan in der Strukturplatte (5b+), Andi in der Goldkante (von l.o nach r.u.)

Harald und Benji suchen die Herausforderung und klettern im Wasserfall (l.), Hüttenschuhe sind erprobt plattentauglich (r.)

Thomas & Jessica in Träumerlos (6a)

Die Grubenhütte im Abendlicht

Zoom von der Hütte auf die Lichtkegel der Stirnlampen. Deren Trägerinnen und Träger waren spät unterwegs und mussten sich des Nachts den Weg am See entlang suchen. Ja, es wird tatsächlich schon früh dunkel.

 


Samstag

Sonnenaufgang und Spurarbeit auf dem Weg zum Hiendertelltihorn.

Viel Schnee in der Rinne.

Noch mehr Schnee auf der Ebene weiter oben – Endstation und Querung über Gletscher und Plattenschüsse zurück zur Hütte, um noch die eine oder andere Route an den Pfeilern klettern zu können.

Die 7er-Golegg-Gruppe in Kletterei kurz vor dem Südgipfel des Golegghorns.

Gipfelpanorama auf dem Golegghorn Südgipfel – Vom Gruebensee bis ins Gauli

Die Kletterer gehen den Tag entspannter an.

Stefan & Franzi in Indian Summer (5c)

Felix & Jan und Thomas & Jessica in Carbonara (5c+)

Unangebracht übertriebenes Posieren nach der „Eingebohrenen“ (6a)

IFSC im Boulder-Biwak – es endete unschön für manchen Finger.

Älplermagrone (5c+) und Öpfelmues (?) bei Kerzenschein – viel mehr als die 21 Leute passen da nicht an die Tische.

 


Sonntag

Aufstieg zum Südsporn des Golegghorn Südgipfels – die erwartete Wetterbesserung blieb aus.

Intensiver Schneefall auf dem Südsporn – wild!

Den Wolken gefiel’s im Grubenkessel. So kam die Wetterbesserung für die Tour zu spät.

Panorama von der Grubenhütte über die Alplistock-Gipfel, den Kleinen Diamantstock bis zum Grossen Diamantstock

DAV Lörrach und AAC Basel vor der Gruebenhütte

Birke & Thomas bleiben noch etwas länger und klettern den Biwakpfeiler (6a)

Strahlende Gesichter dank nun leichten Rucksäcken.

An der Pforte vom Gruebenkessel

Heidelbeeren im Überfluss.

Tourenidee für nächstes Jahr?

 



Touren Freitag

Oberer Klettergarten, div.

Sektor Biwakpfeiler: Träumerlos (6a)

 

Touren Samstag

Hiendertelltihorn: Überschreitung (abgebrochen bzw. rollend umgewandelt in einen Morgenspaziergang)

Golegghorn: Süd-Sporn von P. 3063

Gletscherpfeiler: Indian Summer (5c), Carbonara (5c+), Die Eingebohrene (6a)

 

Touren Sonntag

Golegghorn: Süd-Sporn von P. 3063 (abgebrochen im Schneegestöber)

Oberer Klettergarten, div.

Sektor Biwakpfeiler: Biwakpfeiler (6a)

 



TN: Benji, Vero, Annina, Lukas, Liselotte, Daniel, Thomas, Jessica, Marco, Jan, Felix, Harald, Birke, Philipp, Silvia, Franzi, Angela, Naomi, Stefan, Andi, Tanja

Organisation: Stefan, Harald, Andi, Marco

Fotos: Jessica, Daniel, Benji, Marco

Bericht: Marco

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