Jubiläumstour Etappe 2a: Bifertenstock via Eisnase (30. Juni 2018)

Der Wecker signalisiert das Ende einer schlaflosen Nacht. In den wenigen Stunden, in denen wir versucht haben vor der Tour etwas Ruhe zu finden, hat sich in der Hütte noch einiges getan. Die Terrasse ist fertiggestellt, Tische geölt, viel geputzt und aufgeräumt worden und auch sonst sieht einiges anders aus.

Erstes Morgenlicht – los gehts!

Los gehts im ersten Tageslicht, hoch auf den Limmerenpass. Das Ziel ist, zum Eröffnungsapero wieder zurück zu sein. Im Wissen, dass es noch einige Arbeiten in und um die Hütte gäbe, habe ich doch fast ein schlechtes Gewissen so loszuziehen. Andererseits sollen die alpinistischen Bestrebungen des Clubs an einem Wochenende wie diesem auch nicht zu kurz kommen, so übernehmen wir gerne diesen Teil.

Auf dem Limmerenpass – die einzige Seilschaft die wir heute sehen werden (unterwegs zum Bänderweg).

Es erfolgt der steile Abstieg durch das Limmerenband, auf welchem wir bald die Steigeisen montieren und weiter Richtung Gletscher queren.

Das Limmerenband ist noch gut eingefirnt.

Der Tag erwacht rasch, die Strecke auf dem Gletscher ist nicht zu unterschätzen. Bald schon sehen wir den Limmerenpass und das Kistenstöckli von oben.

Blick zum Limmerenpass und Kistenstöckli vom Limmerenfirn aus.

Bis zum Pass hoch gewinnen wir einiges an Höhe, der Firn wird bereits deutlich weicher und wir sind froh um die ersten blanken Stellen, an denen das Voranschreiten deutlich ringer geht.
Zwar sehen wir den Gipfel noch nicht, wohl aber die ‚Eisnase‘, welche leider immer mehr zu einer ‚Felsnase‘ wird, respektive zum Eisnäschen‘ schrumpft.

Die Eisnase (rechts) und das Schneecouloir (links).

Während man in älteren Beschreibungen noch von bis 60° steilem Eis liest, trifft man nun nur noch auf ca 45°, und das auf nicht viel mehr als ca. zwei Seillängen, dann wird es rasch flacher. Den zweiten Pickel hätte man sich sparen können. Dafür ist die Kletterei auf den Grat hoch etwas kniffliger – technisch nicht schwierig, aber brüchig und wenig Absicherungsmöglichkeiten. Den steilen Aufschwung haben wir links (ostseitig) umgangen und sind von dort auf den Grat hochgestiegen.

Tödi vom Pass aus. Von nun an immer im Blick.

 

Meret nach der steilsten Stelle, es wird rasch flächer.

Der Firn ist noch gut eingeschneit. Um die letzte Eisschraube zu setzen, musste ich mit dem Pickel ziemlich graben. Anschliessend geht es leicht hoch auf den Gipfel.

Auf dem Bifertenstock, Blick nach Südwesten.

Vor uns steht nun noch der Abstieg über den Bänderweg. Wir sind froh um die frisch gelegte Spur der Seilschaft, die auf diesem Weg bereits hoch (und wieder abgestiegen) ist. Die Zeit ist bereits fortgeschritten, der Schlafmangel hat definitiv Spuren hinterlassen.

Blick zurück von der Mitte des Bänderwegs. Wo genau ging es da runter??

Schlussendlich kommen wir erschöpft und etwas verspätet, aber mit einer herrlichen Tour in den Beinen zurück in die Hütte. Die Festlichkeiten sind bereits in vollem Gange. Es hat sich nochmals gewaltig viel getan, in und um die Hütte. An dieser Stelle auch von mir ein ganz herzliches Dank an die Helfer! Sorry fürs Abschleichen, aber der Bifertenstock hat gerufen. 😉


Route: Bifertenhütte – Limmernpass – Limmernband – Griessgletschter – Bifertenstock (über Eisnase) – Bänderweg – Bifertenhütte [ZS]

Teilnehmer: Meret, Marco

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