Gruebenhüttenweekend mit dem AAC Zürich (27.-28. September 2014)

Der Altweibersommer zeigte sich von seiner allerschönsten Seite und die Wetterberichter überschlugen sich mit Superlativen zu Temperatur und Fernsicht. Voller Vorfreude reisten 11 Personen vom AAC Zürich, sowie Marco (Interessent), Meret, Hanna, Liselotte und ich von uns in in Richtung Grubenhütte. Die Hütte war somit voll belegt und wir hofften dass keine Spontangäste auftauchen würden.

Drei Basler und ein Zürcher bildeten eine Trekkinggruppe, die von Räterichsboden über die Bächlitalhütte zur unteren Bächlilicken aufstieg. Diese bildet Übergang vom Bächlital in den Grubenkessel und ist in den letzten Jahren aufgrund fortschreitender Ausaperung immer schwieriger geworden (T5). Umso glücklicher waren alle, als sie endlich festes Grubengletschereis unter den Steigeisen hatten. Ein noch schwierigeres Projekt hatten sich zwei Kletterer aus Zürich vorgenommen, welche sich die anspruchsvolle alpine Sportkletterroute in der Hintertelltihorn Südostwand ausgesucht hatten (13 SL, 6b). Der Einstieg musste erst mal gefunden und ein zünftiger Bergschrund überwunden werden. Da Bohrhaken auch nur spärlich gesetzt sind, blieb die Routenfindung bis zum Gipfel anspruchsvoll. Der Rest der Kletterfraktion nahm’s gemütlicher und kletterte im T-Shirt an diversen Gletscherpfeilern oder im Klettergarten in Hüttennähe.

Am Abend hatte eine ausgewählte Kochgruppe die nicht ganz einfache Aufgabe 16 Mäuler zu stopfen und schaffte das mit Bravour.

Am nächsten Morgen starteten die Trekkinggruppe zum Golegghorn (T4) und stieg weglos ins schöne Gauligebiet ab. In der Gaulihütte gab´s ein wohlverdientes Hüttenkafi denn die Beine wollten mal gestreckt sein. Bis die Gruppe vom Alpentaxi in Ürbach aufgeladen würde, sollte sie gesamthaft einen Abstieg von 2300 Meter bewältigen.

Die meisten Kletterer suchten sich am Sonntag einen weiteren dieser genialen Gletscherpfeilern, während Hanna und ich über den Ostgrat aufs Hintertelltihorn kletterten(4c, S-). Der Einstieg zur Route gestaltete sich trotz Gletscherrückgang einfacher als erwartet, überraschenderweise gab es keinen Bergschrund und trotz der plattiger Struktur des vom Gletscher neu freigelegten Felses lässt sich die erste Seillänge zum ursprünglichen Einstieg gut absichern. Die Schlüsselstelle im unteren Wandbereich verfügt über Haken, ab der 5. Seillänge wird clean geklettert. Weil wir im Selbstabsichern noch nicht die Geübtesten sind, hatten wir im mittleren Abschnitt länger als geplant und waren erst um 14.00 auf dem Gipfel. Nach dem 3h-Abstieg war es beim Verlassen des Grubengletscher schon zu spät für das letzte Postauto und so haben wir nochmals eine Nacht in der Grubenhütte angehängt. Am Montagmorgen folgte ein ungewöhnlicher Arbeitsweg: 5.30 Tagwache, 6.00 Abmarsch, 8.30 Postauto, 12.00 in Zürich, 13.00 im Lab.

Für Bilder siehe Facebook

Text: Claudio