In Mitteldeutschem Hochgebirge (8.-9. Juni 2018)

Weil beim AACB Clubtouren eher in überschaubaren Gruppen stattfinden, haben wir mal im Scherz definiert, dass ein Tourenbericht geschrieben werden müsse, sobald sich zwei Clubmitglieder in den Bergen treffen. Wenn also Markus Melzer und ich uns in Mitteldeutschland zum Mountain Biken verabreden, dann ist das ein Bericht wert. Die Gelegenheit hat sich ergeben, weil der Bruder von Markus in Ilmenau am Thüringer Wald studiert. Für mich aus Jena ist es nach Ilmenau nur ein Katzensprung von 90 km (Katzen springen hier weiter, schneller und emissionsreicher).  Nun, so trafen wir drei uns am Freitagnachmittag in Ilmenau am Bahnhof.

Markus auf einem der vielen Ilmenauer Trails

Unsere Bike-Gruppe bestehend aus zwei Bayern und einem Aargauer passt hier weniger ins Bild als die am Bahnhof stehenden Glatzköpfe mit „HKN KRZ“-T-shirt. Kein Zweifel, man ist in Thüringen.

In Ilmenau finden regelmässig Downhill-Meisterschaften statt und auch sonst geniesst der Ort überregional den Ruf als Bike-Paradies. Da wir aber gleichzeitig während unserer zwei Tourentagen nur einem Mountain Biker auf den vielen Trails begegnet sind, kamen wir zum Schluss, dass ein einziger, übermotivierter 14-Jähriger mit Spaten alle Trails anlegt. Matthias als Semi-Local hat sich an die vielen technischen Trails mit Wurzelpassagen, verblockten Kurven und halsbrecherischen Drops gewöhnt. Wir zwei Rookies mussten mehr als einmal die „Chicken-Line“ wählen und vor manchem Hindernis absteigen.

noch viel steiler, als es aussieht

Am Samstag wählten wir eine lange, dafür technisch weniger anspruchsvolle Route hoch zum Rennsteig, dem Höhenweg durch den Thüringer Wald, von Scheffel wiefolgt bedichtet:

„Der Rennsteig ist ́s: Die alte Landesscheide, die von der Werra bis zur Saale rennt
und Recht und Sitte, Wildbann und Gejaide der Thüringer von dem der Franken
trennt.“

Schweisstreibend war der Aufstieg auf den auf 980 m. ü.M gelegene Schneekopf bei hochsommerlichen Temperaturen.

Selbst die Kamera hat geschwitzt: v.l: Markus, Matthias, Claudio

Hier gab´s kühles Bier, Rostbrätel und Klösse. Nach der Stärkung ging´s weiter nach Oberhof, mal genannt das „St. Moritz des Sozialismus“. Vom Gewitter überrascht flüchteten wir uns in die Skihalle zu Kaffee und Kuchen und konnten in der auf konstant -2°C gehaltenen Anlage dem Polnischen Langlauf-Kader beim Training zuschauen. Unwirklich.

Den Thüringer Wald muss man sich vorstellen wie den Schwarzwald – nur mit noch mehr Wald

  Nach dem Regenguss genossen wir die kühleren Temperaturen für den Rückweg, der allerdings, wie sich für eine AAC-Tour gehört, noch abenteuerlich wurde. Wegen einer anhand der Karte gewählten Abkürzung endeten wir im Kraut und mussten die Räder u.a. durch ein Bachbett tragen

Auf der Karte war ein Weg eingezeichnet – ist halt nich Swisstopo

Da bleibt nur noch zum Schlusswort: Falls sich ein AACBler (aus welchen Gründen auch immer) nach Thüringen verirrt – komm auf einen Besuch in Jena vorbei!

Claudio (Bericht), Markus (Umbieter), Matthias (AAC-Gast, bzw Gastgeber)