Jubiläumstour Etappe 5: Piz Nair (11.-12. August 2018)

Auf die Idee wäre ich alleine nie gekommen, eine Tour auf dem Piz Nair zu organisieren, aber als ich diese „Jubiläumstour-Etappe“ auf der Karte angeschaut hatte, war es das perfekte Ziel für eine einfache und einsame Hochtour weit von der Basler Sommerhitze.

Die Etzlihütte: herzig aber pumpevoll. Nach kurzen Aufenthalt ging es weiter zum Biwakplatz.

Die Hütte war komplett ausgebucht, aber mit der stabilen Wetterlage und der besonders hohen Sternschnuppe-Aktivität war ein Biwak im Talboden am Fluss oberhalb der Hütte eine attraktive Alternative.

Der Aufstieg am Samstag war „typisch Maderanertal“ – ziemlich lang und unauffällig – aber mit einem tollen Aufenthalt mit Frappé und Bergkäse frisch vom Hof am Hinteretzliboden. Etwa eine Stunde später kamen wir zur Etzlihütte, wo wir den perfekten Biwakplatz am Fluss ausgesucht haben und am Abend Fondue und Nudeln genossen haben. Statt Hitze und Schnarchen in der Hütte, durften wir die frische Luft, den klaren Himmel und die vielen Sternschnuppen geniessen.

Rückblick zur Etzlihütte und Biwakplatz am Fluss bei Morgenlicht.

Am nächsten Morgen ging es vom Fluss steil aufwärts los. Der Rückblick zur Hütte bei Morgenlicht war wunderschön, und da die Besucher der Etzlihütte scheinbar zu 99% am nächsten Tag über den Chrüzlipass oder über den Mittelplatten weiterlaufen, waren wir ganz alleine.

Die Route führte steil auf einer alten Seitenmoräne des lange geschmolzenen Gletschers hoch bis wir ein Schotterfeld erreichten. Von dort aus durften wir zwischen Piz Giuv und Piz Nair entscheiden, da beide Routen vom gleichen Startpunkt los gehen. Von unten sah die schöne Pyramide mit dem langen, steilen Gipfelgrat auf dem Piz Nair viel spannender aus, und wir sind entsprechend links gelaufen.

Vlad im Aufstieg auf der Moräne.

„Brüchig“ war das Stichwort…

Vlad auf dem Gipfelgrat

Allein auf dem Gipfel.

Vom Ende der Moräne bis zum Gipfel und dann bis Tief ins Val Giuv war alles entweder brüchig oder sonst schon lang abgebrochen, ausser etwa 25 m auf dem Gipfelgrat mit schönstem Granit (2b). Nach der lustigen Grat-Kraxelei auf dem losen Gestein kamen wir mit Hosentaschen voller Bergkristalle bald auf den Gipfel des Piz-Nairs. Die etwa 8-9 Gipfelbuch-Einträge pro Jahr haben uns bestätigt, dass diese Route nicht oft begangen wird.

Der Abstieg im langen, leeren Val Giuv

Wegen des brüchigen Gesteins, des langen Abstiegs ins Tal, der folgenden Wanderung weiter zum Oberalppass und der langen Rückfahrt nach Basel haben wir den weniger interessant aussehenden Piz Giuv fallen gelassen.

Der Abstieg zuerst durch weglosen Schotter im oberen Kessel, dann mehr weglosen Schotter im oberen Val Giuv, dann weiter über weglosen und überwachsenen Schotter im unteren Tal war ein Test für die Knie (und auch für die Geduld) aber irgendwann kamen wir auf den kleinen Weg unten im Tal, der uns durch weitere Wiesen und schöne Moorlandschaft zum Oberalppass geführt hat. Ab Göschenen war saurer Most wieder auf dem Menü, und der Heimweg nach Basel hat doch nicht so lang gewirkt.

Weiter durch Moorlandschaft zum Oberalppass

 

Teilnehmer: Mike, Vlad, Kiran.

Bericht: Mike