Neujahrstouren in Cimalmotto (2. – 5. Januar 2019)

Während die Abtrünnigen der Neujahrstouren-Gruppe in Täler mit sicherer Schneelage pilgerten, wollten wir am ursprünglichen Plan festhalten und eine der abgelegensten Gegenden der Schweiz mit Schneeschuhen und Skis erkunden.

Zuhinterst im Valle di Campo – ein Seitental des Maggiatals südlich des Valle di Bosco Gurin – liegt das kleine Dorf Cimalmotto, welches zweimal täglich vom Postbus bedient wird (kürzeste Anreisezeit ab Basel SBB: 5h43). Noch ein Stück weiter oben thront auf einer Anhöhe der Bergbauernhof Munt la Reita, unserem Ausgangs- und Verweilpunkt für die folgenden vier wunderschönen Tage, an denen neben den Touren auch viel Zeit blieb, den Hof zu erkunden, gemeinsam zu kochen (Fondue!), bis spät abends Merlot und Nocino zu trinken, den Holzofen einzufeuern, den Tieren hallo zu sagen und mehr über die bewegte und bewegende Geschichte des Hofes zu erfahren.

 

Unsere Unterkünfte: der Wohnwagen „Villa Steinbock“ und das Chalet „Girasole“ (nicht auf dem Bild) auf dem Hof Munt la Reita.


 

Erster Tourentag: Crös Cavörgn und Pizzo Quadro

Entgegen aller Befürchtungen lag noch viel Schnee im steilen Talgrund, der sich vom Hof noch einige Kilometer, die Landesgrenze überschreitend, an den Fuss des Pizzo Forno zieht. Praktisch ohne Skitragen wären Touren direkt ab Hof möglich gewesen. Weil es uns aber in unbekanntere Talkessel zog (Magnello und Alpe Gelato), nahmen wir eine gewisse Tragezeit in Kauf und überkletterten die von Winterstürmen umgelegten Bäume in steilem Gelände. Oberhalb von 1800m war die Schneelage ideal und es herrschten Frühjahrsverhältnisse. Mit der Abkühlung im neuen Jahr vermochte die schwache Januarssonne die Südhänge aber nicht richtig aufzusulzen, sodass die Hänge ziemlich hart blieben. Oberhalb von 2200 Meter mussten bei der Abfahrt alle Register gezogen werden: schnell wechselnde Verhältnisse zwischen eisig-tragend und fies hart-gedeckelt (mit feinstem Pulver darunter) forderten heraus.

Liselotte und Sämi zog es von der Alpe Magnello auf den eindrücklichen Pizzo Quadro, dessen Gipfelaufbau tatsächlich stark an einen Quader erinnert. Andrea, Stephanie und ich stiegen etwas windgeschützter hoch auf den Pass Crös Cavörgn, dessen Namen auch nach dem Besuch unaussprechlich blieb. Die Tage waren kurz und die Schatten wurden schnell länger. Liselotte freute sich indes, die Stirnlampe nicht vergebens mitgenommen zu haben.

Skitouren im Tessin: viel Gneis, viel Nordwind und viel Sonne!

Pause im Windschatten auf der Alpe di Magnello

Auf der Alpe di Magnello hoch in Richtung Crös Cavörgn (Pass-Gruppe) und Pizzo Quadro (Gipfel-Gruppe)

In den offenen Lärchenwäldern kurz oberhalb der Alpe di Magnello

Schönes Skigelände in und oberhalb der Lärchenwälder. Hinten im Bild ganz klein die Quadro-Aspiranten Liselotte und Sämi.

Liselotte kurz vor Erreichen des Vorgipfels des Pizzo Quadro (2793m).

Die Schatten werden länger – später Nachmittag im Valle di Campo. Blick in Richtung Rosso di Ribia und Pizzo di Porcaresc.

Die wilde und steile Nordflanke des Tramalitt.

Noch längere Schatten bei der Gipfel-Gruppe auf der Abfahrt vom Pizzo Quadro.

 

Auf letzten Schneefeldern bis zur Unterkunft Munt la Reita.

 

Zweiter Tourentag: Pizzo dell’Alpe Gelato

Sämi hatte eine längere Pendenz in Angriff zu nehmen und so brachen er und Liselotte in der Frühe auf, um auf der gegenüberliegenden Talseite den weiten Weg zum Berg mit dem wohlklingenden, aber nicht wirklich einladenden Namen zu begehen. Nach einer Tragezeit durch den wilden Wald erreichten sie das Hochtal des Ri di Sfii und stiegen über steile Hänge und ein markantes Couloir in die Scharte zwischen dem Nord- und Südgipfel, von wo ein kurzer Fussaufstieg auf den Nordgipfel führte. Dieses Mal blieb die Stirnlampe (knapp!) im Rucksack.

Aufstieg zum Pizzo dell’Alpe Gelato.

Letzte Meter Fussaufstieg hoch zum Pizzo dell’Alpe Gelato (2613m).

Kalte Abfahrt in den steilen Nordhängen.

 

Skitouren im Tessin: Ein Gelato nach dem Pizzo dell‘ Alpe Gelato!

 


TN: Liselotte, Sämi, Stephanie, Andrea, Marco

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