Rotsandnollen – Die erste AAC Skitour der Saison (18. November 2017)

Schnee, eine gute Wettervorhersage und am Mittwoch eine Ausschreibung von Thomas Julou für eine Skitour am Samstag. Juhe! Der Plan fürs Wochenende steht.
Das Ziel ist der Rotsandnollen in der Innerschweiz und tönt vielversprechend: „Sehr gut erschlossene Skitour auf einen guten Aussichtsgipfel mit wenig Aufstieg und viel Abfahrt.“ Was will man mehr für eine erste Skitour der Saison?
So treffen wir uns am Samstag Morgen um 6.30 Uhr an der Klybeckstrasse und fahren mit dem Auto ins Melchtal, parkieren an der Talstation Stöckalp (1075m) und kaufen uns ein Billet für die Gondelbahn nach Melchsee-Frutt (1902m). „Einfache Fahrt“ natürlich, was die Kassiererin aber mehrfach in Frage stellt, denn die Talabfahrt sei noch gesperrt. In der Tat ist die Schneedecke im Tal noch dünn. Oben angekommen lacht die Sonne und der Schnee glitzert – so schön!
Nach einigen Diskussionen über mögliche alternative Touren, um den Abfahrtsspass zu maximieren, ziehen wir dann doch gemäss Plan A zum Rotsandnollen. Bei wunderbarem, sonnigen Wetter wird es uns recht warm, obwohl wir erst einige Kilometer in relativ flachem Gelände wandern, bevor wir nach links (SO) den Hang hinauf ziehen und dann rasch Höhe gewinnend, auf dem Tannenrotisand Pass (2523m) ankommen. Ganz alleine sind wir nicht, kurz vor uns steigt eine andere Gruppe auf, die wir dann am Skidepot treffen. Wir ziehen die Felle ab, bevor wir uns durch eine letzte steile Rinne wühlen und auf dem Gipfelplateau und wenige Meter weiter auf dem Gipfel (2700m) ankommen. Wir geniessen die tolle Aussicht, unterhalten uns mit einer netten, abenteuerlustigen, ortsansässigen Skifahrerin über die Verhältnisse und Skifahren in Norwegen und empfehlen den AACB Newsletter für nette Tourenkollegen.
Als es kalt wird, steigen wir dann doch ab, legen die Skier an und schwingen im weichen Schnee. Es funktioniert noch! Am Pass müssen wir uns nun entscheiden, ob wir auf demselben Weg zur Seilbahn zurück fahren/ laufen, oder die Abfahrt auf der Nordseite trotz ‚Steinrisiko’ wagen. Der erste Hang sieht zu verlockend aus, bzw. schreckt der Gedanke einer ‚langen Wanderung’ auf dem gleichen Weg zurück nach Melchsee-Frutt ab.
So entscheiden wir einstimmig, es zu wagen – und der Mut zahlt sich aus. Der Schnee ist noch weich und pulvrig und es macht richtig Spass die offenen Hänge hinunterzuschwingen. Danach wühlen wir uns durch ein paar Schneisen und über einen vereisten Bach und kommen mit erstaunlich wenig Steinkontakten bis zu einer Alp auf ca.1200m.
Dort lädt eine Bank in der Sonne zur Rast, die wir ausgiebig geniessen, bevor wir uns ausgeruht wieder auf den Weg machen, um die letzten Meter bis zum Parkplatz unter die Füsse zu nehmen. Zwar weist ein Schild kurz nach der Hütte darauf hin, dass hier die Abfahrt ist, aber mit dem Fahren ist es schwierig, zu wenig Schnee liegt auf dieser Steinwiese. So buckeln wir die Ski und laufen rutschend den Hang ab, überqueren noch einen Stacheldrahtzaun und tauchen wieder in den Nebel ein – wobei über uns an den Bergrändern ein tief dunkles Blau vom Himmel grüsst. Eine wunderschöne Stimmung, verstärkt durch den Raureif an Bäumen und Zäunen.
Kurze Zeit später kommen wir wieder auf dem Parkplatz an, laden die Skier und Skifahrer ein und düsen zurück nach Basel. Eine super tolle Tour! Wir sind bereit für den Winter – herzlichen Dank an Thomas für die Initiative und Organisation!

 

TN: Andreas, Kirsten, Marco, Thomas

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