Skitouren im einsamen Val Malvaglia (3. – 4. Februar 2018)

Das Tessin als Skitourenziel hat es uns mit seinen wilden, einsamen Tälern und Gipfeln angetan. Es ist oft nicht einfach, im Süden den richtigen Zeitpunkt für eine Tour zu erwischen, will man vom Tal aus starten und sicher bis ganz nach oben kommen. Wenn es klappt, ist’s umso schöner, wenn man (fast wie auf einer Frühjahrstour) vom weissen Winter in der Höhe in den Frühling ins Tal fährt.

Das Val Malvaglia, ein wildes Seitental des Valle di Blenio, zweigt bei Malvaglia nordöstlich ab und führt bis zum Rheinwaldhorn. Es bietet im Sommer schöne Sportklettereien und im Frühling wilde Skitouren auf die Adula oder den Vogelberg. Im Winter wird das Tal nur sehr selten besucht.


Samstag

Von der Bergstation bei Dagro leitet die Route nach 150hm Aufstieg über einen schönen Höhenweg hinein ins Tal.

Viele Alphütten säumen den Weg und vom Nordwind in der Höhe ist nicht viel zu spüren. Kalt ist es trotzdem.

Nach der Traverse verlassen wir den Höhenweg und steigen durch lichte Lärchenwälder und offene Weideflächen hoch in Richtung I Panei P. 2623.

Eiserne Kälte und unangenehmer Wind lassen uns nicht lange in der Höhe verweilen. Abfahrt in den Pass P. 2314 und steil runter ins Valle di Sceru.

Die steilen Wände der Adula im Abendlicht, kurz vor Erreichen der Capanna Quarnei.

 

Sonntag

Aufbruch zur Erkundung der Gipfel rundum die Hütte nach Steinpilzrisotto und gemütlichem Hüttenabend – danke an Walti und Ursi von der Sewenhütte, die mit ihrer Gruppe Schneeschuhwanderer die Hütte mit uns teilten.

Aufstieg in coupiertem Gelände zur Cima di Gana Bianca.

Wegen Triebschnee kehren wir vor dem Gipfel um und kommen zu einer ersten schönen Abfahrt.

Zügiger Aufstieg zur Cima di Gana Rossa.

Gipfelpanorama von der Cima di Gana Rossa. Vordere Kette: Matro, Pizzo d’Erra, Pizzo Molare. Hinten: Madom Gröss, Pizzo di Mezzodì, Pizzo Barone, Campo Tencia, etc. (vgl. Via alta della Verzasca)

Abfahrt durch ein windgeschütztes NO-Tälchen in Pulver der Extraklasse.

Mehr als unsere drei Skispuren sind im ganzen Tal nicht auszumachen.

POW!

Abfahrt durch Slalom-Wälder und weite Weiden bis nach Fontané, von wo uns die schneebedeckte Fahrstrasse gemütlich der Talsohle entlanggondeln lässt.

Die Skitourenroute lotst uns mitten durch Dörfer hindurch.

Die Brücke des Todes. Oder so. Auf jeden Fall geht’s da einige Duzend Meter runter und es gilt noch einmal, den Kopf bei der Sache zu haben.

Bei Sciarcè (814m) ist Schluss mit Schnee und es wartet eine Frühlingswanderung (45min) auf uns.

 


Route Samstag: Dagro (1410m) – Vipéra – kurz vor Il Pontei 2500m auf der Route 332a – Abfahrt über Pass P. 2314m ins Valle di Sceru – Abfahrt bis 1800m – Corte di Cima – Capanna Quarnei (2109m)

Route Sonntag: Cap. Quarnei – bis 2700m auf Route 328a – kurze Abfahrt zu Route 329a (2250m) – Cima di Gana Rossa (2787m) – Piano delle Bolle – Cousin – Fontané – Madra – Canè – Pontei – Sciarcè (816m) & zu Fuss nach Rongie (411m)

 

TN: Sebi, Thomas, Marco

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