Skitouren im Tessin – Valcolla und Valle di Blenio (28.-29. Dezember 2017)

Skitouren im Sottoceneri sind nur bei ausserordentlich guter Schneelage möglich. Ergiebige Schneefälle vor Weihnachten bis in tiefe Lagen sorgten für eine gute Unterlage (exponierte Hänge ausgenommen – siehe Monte Bar), eine erneute Südstaulage am 27. Dezember für guten Puder und der Nordwind ab dem 28. Dezember für Sonnenschein – also ab in den Süden!

 


Valcolla (28. Dezember)

Aufstieg von Corticiasca durch den winterlichen Erlenwald zum Monte Bar.

Dass oben ein stürmischer Nordwind blies, wussten wir. Dass der nur mässig geneigte Monte Bar dem Wind überhaupt kein Hindernis darstellt, kam eher überraschend. Der Fun-Faktor hielt sich trotz Sicht auf die Denti della Vecchia in Grenzen – höchste Zeit, sich nach Alternativen umzusehen.

Rast im Valcolla oberhalb von Corticiasca mit Weitsicht bis zum Monviso.

Oben im offenen Gelände war der ganze Schnee entweder abgeblasen, oder versteckte sich bodenlos tief unter einer fiesen Kruste. Wessen Skispitzen abtauchten, war verloren. 🙂 Unten im Wald reichte es für ein paar erzwungene, nasse Schwünge.

Flucht ins hintere Valcolla nach Cimadera, wo uns Windstille und märchenhafte Buchenwälder erwarteten. Und reichlich Schnee vom Feinsten mit harter Unterlage.

Letzte Sonnenstrahlen auf der Garzirola.

Blick von Cimadera ins Valcolla runter. Rechts die Hügel Caval Drossa und Monte Bar. Im Hintergrund der Monte Gradiccioli und der Monte Tamaro.

 

Valle di Blenio (29. Dezember)

Nach Pizza und Übernachtung im Rustico auf dem Monte Ceneri wieder etwas nordwärts ins verschneite Valle di Blenio nach Largario. Auf der gegenüberliegenden Talseite das Dorf Aquila am Fusse der Adula.

Aufstieg auf einer offenbar kaum mehr begangenen Route an noch bewirtschafteten Alphütten vorbei.

Die Skitourenroute führte früher durch lichte Nadelwälder. Heute wird das Kulturland nicht mehr bewirtschaftet und so kämpfen wir mit Erlen im steilen Wald.

Endlich wieder in offenem Gelände bei Fontanedo.

Nach anstrengender Spurarbeit in windgedeckeltem, offenen Gelände kurze Einkehr in die bewirtschaftete Capanna Gorda und weiter zum Gipfel. Wegen nachlassendem Nordwind wurde es recht dunstig.

Letzte Meter zur Cima di Gorda vor dem Sosto und dem Piz Terri.

Schutzhütte bzw. Adlernest auf dem Gipfel.

Wilde Abfahrt durch Schnee aller Arten (jeweils alle paar Meter wechselnd) und alternierend über offene Hänge und den Erlen-Dschungel runter bis ins Tal, die goldene Adula stets vor Augen.

 


Route Valcolla: Corticiasca (1001m) – Cozzo – Alpe Musgatina – ca. 1430 – Corticiasca [806a]; Fahrt nach Cimadera (1081m) – kurz vor Catelina (1601m) – Cimadera [809a]

Route Val di Blenio: Largario (852m) – Capanna di Gorda – Cima di Gorda / Punta Larescia (2195m) [240b] – Abfahrt über Orsagna – Taiéi – Pari – Chisle – Largario

TN: Claire, Marco, Rahel, Thomas

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