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Jubiläumstour Etappe 5: Piz Nair (11.-12. August 2018)

Auf die Idee wäre ich alleine nie gekommen, eine Tour auf dem Piz Nair zu organisieren, aber als ich diese „Jubiläumstour-Etappe“ auf der Karte angeschaut hatte, war es das perfekte Ziel für eine einfache und einsame Hochtour weit von der Basler Sommerhitze.

Die Etzlihütte: herzig aber pumpevoll. Nach kurzen Aufenthalt ging es weiter zum Biwakplatz.

Die Hütte war komplett ausgebucht, aber mit der stabilen Wetterlage und der besonders hohen Sternschnuppe-Aktivität war ein Biwak im Talboden am Fluss oberhalb der Hütte eine attraktive Alternative.

Der Aufstieg am Samstag war „typisch Maderanertal“ – ziemlich lang und unauffällig – aber mit einem tollen Aufenthalt mit Frappé und Bergkäse frisch vom Hof am Hinteretzliboden. Etwa eine Stunde später kamen wir zur Etzlihütte, wo wir den perfekten Biwakplatz am Fluss ausgesucht haben und am Abend Fondue und Nudeln genossen haben. Statt Hitze und Schnarchen in der Hütte, durften wir die frische Luft, den klaren Himmel und die vielen Sternschnuppen geniessen.

Rückblick zur Etzlihütte und Biwakplatz am Fluss bei Morgenlicht.

Am nächsten Morgen ging es vom Fluss steil aufwärts los. Der Rückblick zur Hütte bei Morgenlicht war wunderschön, und da die Besucher der Etzlihütte scheinbar zu 99% am nächsten Tag über den Chrüzlipass oder über den Mittelplatten weiterlaufen, waren wir ganz alleine.

Die Route führte steil auf einer alten Seitenmoräne des lange geschmolzenen Gletschers hoch bis wir ein Schotterfeld erreichten. Von dort aus durften wir zwischen Piz Giuv und Piz Nair entscheiden, da beide Routen vom gleichen Startpunkt los gehen. Von unten sah die schöne Pyramide mit dem langen, steilen Gipfelgrat auf dem Piz Nair viel spannender aus, und wir sind entsprechend links gelaufen.

Vlad im Aufstieg auf der Moräne.

„Brüchig“ war das Stichwort…

Vlad auf dem Gipfelgrat

Allein auf dem Gipfel.

Vom Ende der Moräne bis zum Gipfel und dann bis Tief ins Val Giuv war alles entweder brüchig oder sonst schon lang abgebrochen, ausser etwa 25 m auf dem Gipfelgrat mit schönstem Granit (2b). Nach der lustigen Grat-Kraxelei auf dem losen Gestein kamen wir mit Hosentaschen voller Bergkristalle bald auf den Gipfel des Piz-Nairs. Die etwa 8-9 Gipfelbuch-Einträge pro Jahr haben uns bestätigt, dass diese Route nicht oft begangen wird.

Der Abstieg im langen, leeren Val Giuv

Wegen des brüchigen Gesteins, des langen Abstiegs ins Tal, der folgenden Wanderung weiter zum Oberalppass und der langen Rückfahrt nach Basel haben wir den weniger interessant aussehenden Piz Giuv fallen gelassen.

Der Abstieg zuerst durch weglosen Schotter im oberen Kessel, dann mehr weglosen Schotter im oberen Val Giuv, dann weiter über weglosen und überwachsenen Schotter im unteren Tal war ein Test für die Knie (und auch für die Geduld) aber irgendwann kamen wir auf den kleinen Weg unten im Tal, der uns durch weitere Wiesen und schöne Moorlandschaft zum Oberalppass geführt hat. Ab Göschenen war saurer Most wieder auf dem Menü, und der Heimweg nach Basel hat doch nicht so lang gewirkt.

Weiter durch Moorlandschaft zum Oberalppass

 

Teilnehmer: Mike, Vlad, Kiran.

Bericht: Mike

Über den Allmegrat bei Kandersteg (14. Juli 2018)

Da der Wetterbericht der geplanten mehrtägigen Tour einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, haben wir uns kurzfristig entschieden, wenigstens das gute Wetter am Samstag zu nutzen und den Allmegrat oberhalb Kandersteg zu überschreiten. (Die Tour ist folglich leider nicht ausgeschrieben gewesen.)

Gestartet sind wir kurz vor neun in Kandersteg in Richtung Golitschenpass. Der Aufstieg erfolgt auf einem Wanderweg mit tollem Ausblick ins Tal und auf die gegenüberliegende Talseite. Somit haben wir stets einen tollen Einblick auf die Route unserer Skitour aufs Doldenhorn im April geniessen können.

Im Aufstieg zum Golitschenpass. Blick aufs Balmhorn.

Angekommen am Golitschenpass fällen wir die Entscheidung, erstmals den Wanderweg zu verlassen, um gemäss Tourenbeschreib ‚auf einer Abkürzung (T5) direkt zum Stand‘ zu gelangen. Nun, entweder haben wir die angedachte Route verpasst oder die Meinungen bezüglich Schwierigkeiten gehen hier deutlich auseinander. Denn schlussendlich sind wir in unangenehmen Gelände auf den ersten Gipfel hochgekraxelt – Abkürzung für uns höchstens distanzmässig. Am Ende hat sich dies dann sogar als technisch kniffligste Stelle der Tour herausgestellt.

Vom Stand aus sind wir dann per Wanderweg hoch zum First, wo wir nach einer kurzen Mittagspause unsere Gratwanderung begonnen haben.

Auf dem Weg zum First. Der Allmegrat ist in Sicht.

Blick auf den Weiterweg vom First über den Allmegrat bis zum Bunderspitz (rechts vom länglichen Schneefeld)

Der weitere Routenverlauf ist grundsätzlich logisch: man folge dem Grat. Führer und hikr beschreiben den ersten Teil kurz nach dem First als schärfsten Teil des Grates und bezeichnen diesen als ‚höllisch luftig‘, was sich bald als nicht untertrieben herausstellt.

 

Es wird luftig! Der Grat ist stellenweise messerscharf.

Bis zur Mitte des Grates geht es grundsätzlich immer auf der Kante weiter, abwechselnd etwas runter und dann wieder ansteigend.

Marco R. an einer Kraxelstelle

Rückblick auf den ersten Abschnitt der Tour

Schmetterling auf einem flächeren Teil in der Mitte des Grates.

Ausblick vom Grat auf den Oeschinensee, Blüemlisalp & Co.

Der zweite Teil des Grates ist immer noch luftig, hat aber einen deutlich anderen Charakter. Es werden nun auch mal Felstürme umgangen und etwas mehr gekraxelt. Schlussendlich kommen wir auf dem Bunderspitz wieder auf den Wanderweg.

Vergiss mein nicht! Nein, der Grat bleibt definitiv in guter Erinnerung.

 

Es folgt noch der Abstieg zur Allmenalp, wo wir nicht nur unseren Durst löschen, sonder uns auch mit Alpkäse eindecken können.

Zweijähriger Alpkäse… wer kann da Nein sagen?

Da wir die letze Seilbahnfahrt vor dem nahenden Gewitter um Sekunden verpassen, verzögert sich der mechanische Schlussabstieg dann doch noch um einige Zeit. Die Diskussion um einen Fussabstieg erübrigt sich beim Blick auf das Wetter, welches nun deutlich umgeschlagen hat.

Das Wetter hat umgeschlagen… nicht mal die Bahn fährt mehr.

Insgesamt eine absolut herrliche Tour mit gewaltiger Aussicht und viel luft links und rechts der Füsse.

 


Route: Kandersteg – Golitschenpass – First – Allmegrat – Bunderspitz – Allmealp [T6, 1650hm]

Teilnehmer: Marco und Marco

Bifertenstock via Eisnase (30. Juni 2018)

Der Wecker signalisiert das Ende einer schlaflosen Nacht. In den wenigen Stunden, in denen wir versucht haben vor der Tour etwas Ruhe zu finden, hat sich in der Hütte noch einiges getan. Die Terrasse ist fertiggestellt, Tische geölt, viel geputzt und aufgeräumt worden und auch sonst sieht einiges anders aus.

Erstes Morgenlicht – los gehts!

Los gehts im ersten Tageslicht, hoch auf den Limmerenpass. Das Ziel ist, zum Eröffnungsapero wieder zurück zu sein. Im Wissen, dass es noch einige Arbeiten in und um die Hütte gäbe, habe ich doch fast ein schlechtes Gewissen so loszuziehen. Andererseits sollen die alpinistischen Bestrebungen des Clubs an einem Wochenende wie diesem auch nicht zu kurz kommen, so übernehmen wir gerne diesen Teil.

Auf dem Limmerenpass – die einzige Seilschaft die wir heute sehen werden (unterwegs zum Bänderweg).

Es erfolgt der steile Abstieg durch das Limmerenband, auf welchem wir bald die Steigeisen montieren und weiter Richtung Gletscher queren.

Das Limmerenband ist noch gut eingefirnt.

Der Tag erwacht rasch, die Strecke auf dem Gletscher ist nicht zu unterschätzen. Bald schon sehen wir den Limmerenpass und das Kistenstöckli von oben.

Blick zum Limmerenpass und Kistenstöckli vom Limmerenfirn aus.

Bis zum Pass hoch gewinnen wir einiges an Höhe, der Firn wird bereits deutlich weicher und wir sind froh um die ersten blanken Stellen, an denen das Voranschreiten deutlich ringer geht.
Zwar sehen wir den Gipfel noch nicht, wohl aber die ‚Eisnase‘, welche leider immer mehr zu einer ‚Felsnase‘ wird, respektive zum Eisnäschen‘ schrumpft.

Die Eisnase (rechts) und das Schneecouloir (links).

Während man in älteren Beschreibungen noch von bis 60° steilem Eis liest, trifft man nun nur noch auf ca 45°, und das auf nicht viel mehr als ca. zwei Seillängen, dann wird es rasch flacher. Den zweiten Pickel hätte man sich sparen können. Dafür ist die Kletterei auf den Grat hoch etwas kniffliger – technisch nicht schwierig, aber brüchig und wenig Absicherungsmöglichkeiten. Den steilen Aufschwung haben wir links (ostseitig) umgangen und sind von dort auf den Grat hochgestiegen.

Tödi vom Pass aus. Von nun an immer im Blick.

 

Meret nach der steilsten Stelle, es wird rasch flächer.

Der Firn ist noch gut eingeschneit. Um die letzte Eisschraube zu setzen, musste ich mit dem Pickel ziemlich graben. Anschliessend geht es leicht hoch auf den Gipfel.

Auf dem Bifertenstock, Blick nach Südwesten.

Vor uns steht nun noch der Abstieg über den Bänderweg. Wir sind froh um die frisch gelegte Spur der Seilschaft, die auf diesem Weg bereits hoch (und wieder abgestiegen) ist. Die Zeit ist bereits fortgeschritten, der Schlafmangel hat definitiv Spuren hinterlassen.

Blick zurück von der Mitte des Bänderwegs. Wo genau ging es da runter??

Schlussendlich kommen wir erschöpft und etwas verspätet, aber mit einer herrlichen Tour in den Beinen zurück in die Hütte. Die Festlichkeiten sind bereits in vollem Gange. Es hat sich nochmals gewaltig viel getan, in und um die Hütte. An dieser Stelle auch von mir ein ganz herzliches Dank an die Helfer! Sorry fürs Abschleichen, aber der Bifertenstock hat gerufen. 😉


Route: Bifertenhütte – Limmernpass – Limmernband – Griessgletschter – Bifertenstock (über Eisnase) – Bänderweg – Bifertenhütte [ZS]

Teilnehmer: Meret, Marco

Bifertenhütte – kurz vor der Eröffnung (29. Juni 2018)

Da sich nicht genügend Interessenten für die ‚Etappe 0‘ der Jubiliäumstour gefunden haben, erfolgte der Zustieg nicht über den Selbsanft von Tierfehd, sondern von Brigels aus. Beni und ich entschieden uns für den steilen Zustieg aus dem Tal, während andere das Glück hatten, den Helikopter der letzten Materialflüge noch nutzen zu können.

Die Hütte im Schatten des Kistenstöcklis

Als wir gegen sieben Uhr abends die Hütte erreichten, mussten wir uns das Abendessen erst noch verdienen, denn wie sich herausstellte, gab es noch einiges zu tun.

Neue Bifertenhütte im Abendlicht

Es wird fleissig gearbeitet…

Die Küche ist noch nicht eröffnet, deshalb wird das Abendessen noch im Schopf gekocht. Allerdings mindert dies die Qualität in keiner Weise, es gibt Suppe und Spaghetti, jedermann geniesst die Bewirtung.

Abendessen in der Hütte, die Helfer stärken sich.

Anschliessend geht es unbeirrt weiter mit den Arbeiten, denn es gibt noch mehr als genug zu tun alle. Schliesslich soll die Hütte für die Eröffnung am nächsten Tag in vollem Glanz erstrahlen.

Wie gesagt, es gibt noch viel zu tun…

… auch nach Sonnenuntergang. Die elektrische Versorgung funktioniert bestens.

Aufgrund der geplanten Tour am nächsten Morgen verkriechen Meret und ich mich irgendwann nach elf. Das emsige Treiben in der Hütte jedoch schreitet unbeirrt voran.

Hochtourenkurs auf der Lämmerenhütte (23.-24. Juni 2018)

Bericht Nr. 1 von Daniel Kirchmeier

Dieses Mal fand der Kurs im Wallis bei der Lämmererhütte als Ausgangspunkt statt. Im Laufe der zwei Tage sollten wir den Roten Totz und den Grat des Steghorn als Übungsgelände nutzen lernen:

Ausblick vom Roten Totz

Los ging es am Samstag Morgen als sich ein Grossteil der Gruppe, inkl. Tobi, unserem Bergführer, im Zug auf den Weg nach Leukerbad trafen. Müde und gleichzeitig voller Erwartungen auf die kommenden zwei Tourentage lernten wir uns näher kennen und verbrachen so die Zeit bis zum Ankunftsort.

Eine Gondel später erreichten wir die Gemmipass-Station, wo wir im Restaurant kurz den Plan des Hochtourenkurses durchgingen. Die Erfahrungslevel der Kursteilnehmer wurden erfasst und wir konnten Tobi Bescheid geben, auf welche Kursinhalte besonders acht gegeben werden sollte.

Panorama von der Gemmi

Der Kurs selbst war als zwei-tägiger Firnkurs ausgeschrieben und wir wollten speziell das Gehen am kurzem Seil, Verhalten im Schnee (im speziellen Verankerung und Sturzsicherung) und einfache Felskletterpassagen durchgehen. Für Eis, Gletscher und Spaltenbergung ist in zwei Tagen zu wenig Zeit und dies wird vermutlich Teil des Hochtourenkurses im nächsten Jahr sein. (keep updated)

Übungsgelände

Mit einem Plan im Hinterkopf konnte es losgehen. Wir stiegen etwas weiter zur Lämmererhütte auf, wo wir unser Gepäck verstauten und uns firngerecht ausstatteten. Wir gingen zu Firnfeldern in der Nähe der Hütte um kurz die Ausrüstung für eine Hochtour durchzugehen. Wir lernten die Seilverkürzung, die uns am nächsten Tag immer wieder unterkommen würde. Danach ging es ab in den Schnee: Zuerst zeigte uns Tobias, wie eine Verankerung im Schnee mit Pickel und Verseilung aussehen sollte. Diese probierten wir nun gekonnt nachzubauen

Natürlich fiel niemand komplett in den Schnee/Firn; dies musste natürlich schleunigst geändert werden. Deshalb begannen wir die Sturzübungen entlang eines steilen Schneestückes. Wir liesen uns zuerst ohne Pickel und später mit Pickel vorwärts, rückwärts und verkehrt rückwärts in den Schnee fallen. Kurz gefasst, versuchten wir uns zuerst auf den Bauch zu drehen und uns mit Händen oder Pickel mit Kopf bergauf gerichtet im Schnee zum Halt zu bremsen. Eine nasse, aber doch lustige Aufgabe, die wir oft wiederholten, um in einer Ernstsituation die richtigen Bewegungung intus zu haben.

Nass und für den Ernstfall eines Abrutsches im Schnee vorbereitet machten wir uns auf den Weg zurück zur Hütte, wo wir uns bereits auf das Essen (war wirklich vorzüglich und für jeden genügend vorhanden) und einen gemütlich Abend freuten.

Sonnenaufgang

Am nächsten Morgen machten wir uns für die, und für manche erste, Hochtour bereit. Nach dem Frühstück stapften wir über hügelige Firnlandschaft Richtung Roter Totz. Im Steingelände angelangt, gingen wir je zu zweit am kurzen Seil über die ersten Grate und machten uns so mit der Seiltechnik und dem Gelände vertraut. Der Rote Totz war jedoch nur unser erster Stützpunkt und erste Jausenstation (= österreichisch für Brotzeit; Verstärkung).

Gehen am kurzen Seil

Unser Weg führte uns über das Steghorn, eine wenigschwierige Bergtour (WS), die wir durch Tobis Geschick meisterten.

Kletterstelle am Aufschwung zum Ostgrat vom Steghorn

Auf dem Steghorn Ostgrat

Kletterpassagen, Absicherungen und Spuren im Schnee, inklusiver finaler Abseilstelle rundeten somit unser Hochtourenprogramm ab und wir können somit getrost ist die Höhen der Berge auf Touren gehen.

Neben unserem großartigen Bergführer Tobias Erzberger waren dabei:

Jannik, Katharina, Liselotte, Sheila, Zora und ich (Daniel, wegen mir auch das österreichische Jausn :D)

Vielen Dank euch alle, hat irrsinnig Spass gemacht und war bis zum Schluss (inklusive dem Lauf zur Gondel) ein super Wochenende!!!

 


Bericht Nr. 2 von Katharina Ihde

Juhui der AACB hat einen Hochtourenkurs ausgeschrieben; für mich gerade zur rechten Zeit! Denn einen Monat später werde ich die Ehre haben, mit der Alumni Vereinigung die jährliche Bergwanderung zu begleiten. Und da sich in diesem Jahr kein geübter AACB`ler für die Wanderleitung finden liess, obliegt die Hauptleitung meinen Fähigkeiten, was für mich eine Herausforderung darstellen wird, konnte ich mich bis anhin als Co-Leiterin auf die Erfahrung, das Wissen und Können eines passionierten Hochtourler`s abstützen.

Also, dachte ich, nichts wie los, der angebotene Hochtourenkurs ist die Gelegenheit mein Bergwanderwissen aufzufrischen und mir für das Hochgebirge Sicherheit anzueignen, so dass ich mir die Begleitung einer Gruppe zutrauen kann.

Der Kursort wurde in der Lämmeren gewählt. Denn da gibt es zu dieser Jahreszeit noch genügend angemessen steile Schneefelder, in welchen wir gute Falltechniken üben können. Dies war, nach einer umfassenden Einführung zu den Klettergeräten und deren richtigen Anwendung (Pickel, Karabiner, Felsanker, Seil und Knoten) eine praktische Übungssequenz am Samstag Nachmittag. Wir purzelten also kopfüber oder unter, in allen möglichen Fallvarianten einen Schneehang hinunter und lernten so rasch als möglich uns mit Hilfe des Pickels zu stoppen (und wenn der Pickel nicht greifen wollte, war`s dennoch lustig den Hang hinunter zu rutschen 🙂 denn an einem Übungshang kann ja nichts passieren).

Am Samstag Nachmittag lernten wir zudem: Anseilen zur Bildung von Seilschaften, Seilverkürzung und gehen am kurzen Seil sowie Sicherungen im Schnee- / Eisfeld anzubringen. Das Üben der dazugehörigen Knotentechniken sorgte immer wieder für „Verwirrungen oder ungewollten Verknüpfungen“. Tobias war stets rasch zur Stelle und zeigte die besten und schnellsten Handgriffe in aller Ruhe. Wir übten fleissig, so dass wir die Techniken am Sonntag ganz fix, ohne lange überlegen zu müssen (beinahe routiniert) anwenden konnten.

Aber bevor wir am Sonntag die geplante Tour antreten, gibt es in der Lämmerenhütte ein wunderbares Z`Nacht mit Suppe, Salat, Curryreis und Dessert. Dann die verdiente Nachtruhe; naja Ruhe ist vielleicht zu viel versprochen, aber als „Bergler“ stellt man sich ja auf eine kurze Nacht mit Unterbrechungen in einem überhitzten Massenschlag ein.

Also nun zur Tour am Sonntag: Ungewöhnlich spät (07.00h) starteten wir zum Roten Totz. Der Aufstieg war etwas anstrengend und zeitraubend, da es über mehrere grosse stark zerfurchte Schneefelder ging. Wir hatten wunderbares Bergwetter, nicht zu warm oder kalt und doch sehr schön sonnig. Für den letzten „Bitz“ (eine Grenzerfahrung? ja geografisch BE/VS, nicht aber klettertechnisch) bis zum Gipfel konnten wir die am Samstag gelernten Techniken (gehen am kurzen Seil, Sichern in der Felswand) anwenden; das hat grossen Spass gemacht. Sicher und stolz genossen wir auf dem Gipfel unser Lunch und die Aussicht. Dann den „Bitz“ wieder runter. In der Lücke habe ich mich entschieden eine Lücke in der Gruppe auf zu tun oder nicht entstehen zu lassen? Denn so ging es zahlenmässig gut auf, dass sich drei Zweierseilschaften für den Aufstieg mit Kletterpartien zum Steghorn bilden konnten. Ich konnte das immer kleiner werdende Grüppchen beim Aufstieg, beim Steigeisenmontieren und beim Klettern (manchmal verstand ich sogar die Anweisungen „isch guet, chasch cho“) beobachten, während ich mich in der noch scheinenden Sonne badete. Aber eben, es kündeten sich schwere Wolken an, die Sonne blieb weg und es wurde kühl; also musste ich mich, um nicht auszukühlen, in Bewegung setzen, d.h. gemütlich zurück zur Lämmerenhütte zu gehen und hie und da ein Blümlein bewundern. Kaum war ich in der Hütte, hat sich der Regen eingestellt. Von drinnen konnte ich das lustige Treiben von mehreren Murmeli beobachten, die einen regelrechten Regen-Fangis-Tanz vorführten. Aber mein Grüppchen konnte ich nirgends sehen; die Ärmsten! Jetzt werden sie verregnet und wenn sie nicht bald zurück sind, werden wir die letzte Talfahrt vom Gemmipass nach Leukerbad nicht erreichen. Ah doch, da sehe ich sie plötzlich hinter Felsen hervorkommen. Also mache auch ich mich startklar! Doch es dauert etwas länger als ich dachte, bis die Gruppe bei der Hütte ankommt. Ich informiere, dass es uns wahrscheinlich nicht mehr auf die Gondel reicht und dass der Bergweg nach Leukerbad gesperrt ist. Alternativen wären: eine Extrafahrt oder weiter wandern nach Sunnbiel, wo es wieder eine Bahn nach Kandersteg gibt. Ich konnte kaum ausreden, da sind drei der Gruppe schon auf und davon! Die wollen die Gondel noch erreichen? Tja, ein Versuch ist es wert und wenn sie`s schaffen, dann können sie die Gondel aufhalten und uns ankündigen. Also machen auch wir uns „difig“ auf den Weg, aber für die Durchquerung des Lämmerenbodens brauchen wir doch etwas länger und dann noch zum Schluss der kleine „Stutz“ zum Gemmipass! Uhhhf ja, die letzte Gondel ist weg! Aber welch Freude unsere drei Kumpanen empfangen uns mit der erfreulichen Nachricht, dass wir jetzt die Kosten der Extrafahrt auf sechs Personen teilen können; das ist doch ein Entgegenkommen! Tobias verlässt uns hier, denn er hat sein Super-Ultraleicht-Mountanbike dabei und geht „no schnäll“ auf Erkundungstour Richtung Kandersteg. So wie am Anfang des Wochenendes, als sich die Gruppe in Etappen formierte, löst sie sich wieder auf. Ich blicke auf ein schönes und erlebnisreiches Wochenende zurück. Besonders freut es mich, dass ich bereits einiges des Gelernten anwenden konnte. Und auf einen nächsten Kurs freue ich mich auch!


TN: Daniel, Jannik, Katharina, Liselotte, Sheila, Zora

Bergführer: Tobias Erzberger

Vrenelisgärtli von Richisau (23. Juni 2018)

Als eine der hochfrequentierten Hochtouren der Schweiz wurde über das Vrenelisgärtli schon fast alles geschrieben. Dies tut der landschaftlichen Schönheit der Tour jedoch keinen Abbruch. Bei einem Start aus Richisau (Übernachtung im Gasthaus Richisau sehr empfehlenswert!) sind gute 2000hm zu überwinden, was die Tour aus konditioneller Sicht anspruchsvoll macht.

Mit Frenk als PDG-Veteran im Gspänli war klar, welche Taktzahl vorgegeben wurde. Da samstags anscheinend von der Glärnischhütte nur wenig Tourengänger die Tour unternehmen, könnten wir die neuralgischen Staustellen am Schwandergrat ohne Verzögerung passieren.

Dem Gegenverkehr während unseres Abstiegs nach zu urteilen, mussten wohl einen Tag später längeren Wartezeiten einkalkuliert werden.

Um den dann doch etwas öden Abstieg hinab ins Klöntal abzukürzen, steht ab der Käsernalp ein Taxiservice bereit, welcher mittels ausrangierter Militärfahrzeuge bedient wird.

  

 


TN: Frenk, Markus (Bericht, Umbieter), Vlad

Workshop Materialwartung und Spaltenrettung (18. Juni 2018)

Der AAC Basel verfügt ab sofort über einfaches Ski-Wartungs-Material (Bügeleisen TOKO, Bürsten, Schaber, Feilen, etc.). Wir werden zwei Mal im Jahr einen Materialwartungsabend organisieren. Der erste fand nun mitten im Juni statt, sodass wir unsere Skis mit gutem Gewissen in den Sommerschlaf schicken konnten.

Wir haben folgende Wartungsarbeiten zusammen anschaut:

  • Skis heiss wachsen
  • Löcher im Belag flicken
  • Steigeisen & Pickel feilen

Gleichzeitig übten wir noch Spaltenrettung an der Gartenlaube von Liselotte.


 

Im schönen Garten (mit Jägersitz!) von Liselotte bauten wir unsere Outdoor-Werkstatt und Buffet auf.

Materialwartung: Skis wachsen, Belag flicken und Steigeisen schleifen

Das Buffet nahm uns lange in Anspruch, die Arbeiten verzögerten sich etwas und es begann zu dämmern.

Während die eine Gruppe noch Spaltenübung im Dunkeln übte, wurde fleissig weitergewachst – wer’s im Dunkeln kann, der kann’s! 🙂


TN: Flavio, Liselotte, Marc, Marco, Silke, Thomas, Zora

Im Entlebucher Fluezirkus: Torflue – Äbnistetteflue – Änggelaueneflue – Lanzigeflue – Baumgarteflue – Grönflue – Schwändliflue (16. Juni 2018)

Im Entlebucher Fluezirkus: Torflue – Äbnistetteflue – Änggelaueneflue – Lanzigeflue – Baumgarteflue – Grönflue – Schwändliflue

Unvergessliche, lange und einsame Tagestour über die Flühe des Entlebuchs.


Weil an diesem Tag der Pfarrer das neue Postauto einweihte und der Kurs das erste Mal in der Saison befahren wurde, erhielten alle Fahrgäste einen Laib Käse, Wurst, Schrattenstein-Gebäck und ein Kilo Infomaterial – doch nichts mit ultralight.

Die wenigen steilen Grasflanken sind oft guttrittig.

In stetem Auf und Ab geht’s kurzweilig über die lange Fluh.

Blick zurück. Hinten der Schimberig, ein beliebter Skiberg.

Immer wieder ist Gleichgewichtssinn gefragt, denn man bewegt sich meistens direkt an der Gratkante.

Die Route verläuft über ein Grasband rechts dieses Aufschwungs.

Im Juni steht die Alpenflora hier oben in voller Blüte.

Von der Grönflue führt eine wilde Route durch eine Rinne und ein Band direkt weiter (T6, steinschlägig). Von oben her ist sie ohne Routenkenntnis nicht anzuraten. Wir verzichten, steigen über eine Grasflanke ab und bei nächster Gelegenheit über den Wanderweg über Geröll wieder zurück auf den Kamm.

Wohl einer der steilsten Waldwege der Schweiz führt in 50°-Terrain durchs Rüchiloch hinunter nach Flühli LU.

Goldene Abendstimmung in Flühli LU

 


Route: Gründli – Toregg – P. 1834 – Schafmatt – Grönflue – Hurbele – P. 1778 – Rüchiloch – Flühli [1900 hm, T5+, II]

TN: Claire, Jessica, Marco, Matthias, Thomas

Einführungskurs Felsklettern (9./10. Juni 2018)

Der Kurs wurde in zwei Teilen durchgeführt:

Am Samstag waren Meret Gut und ich im Toggenburg. Von Unterwasser folgten wir dem «Weg des Wassers», vorbei an den Thurfällen und weiter in Richtung Stoss. Grosse Wolken wechselten sich ab mit Sonnenschein, was für ein angenehmes Klima sorgte. Nach der Alp Laui stieg der Weg nochmals an und führte vorbei an kleinen Alpen hinauf zum Wandfuss. Da schon Klettergartenerfahrung vorhanden war, nahmen wir uns eine Merhseillängentour vor. Im Zentrum standen das Einrichten eines Standplatzes (an Bohrhaken) und die Abseiltechnik.

Nach dem Klettern wird neben der Route abgeseilt.

Wie für den Alpstein üblich, kletterten wir oft in Wasserrillen. Zwischendurch boten sich immer wieder Möglichkeiten, die Hakenabstände mit selbst gelegten Sanduhren zu verkleinern. Nebst der Kletterei bot sich uns ein herrlicher Ausblick auf den Wildhuser Schafberg und den Rücken der Churfirsten.

Aus der Route hat man einen schönen Ausblick auf die Churfirsten und unseren Ausgangspunkt, Unterwasser.

 

Der zweite Kurstag fand, zusammen mit Liselotte Staehelin, im Solothurner Jura im Klettergebiet bei Grandval statt. Die verschiedenen Sektoren bieten kurze, einfache Routen sowie verschiedene Mehrseillängen. Vom Bahnhof aus stiegen wir in gut 40 Minuten zum Klettergarten hinauf, genug Zeit um die heutigen Ziele zu besprechen.

Liselotte beim Abseiltraining, es scheint bereits wieder die Sonne.

Zum Einwärmen übten wir nochmals alle relevanten Knoten und Techniken am Wandfuss, bevor es für Liselotte zum Vorstieg ging. Kurz darauf wurden wir leider von einem Regenschauer heimgesucht und die letzten beiden Kletterer neben uns verabschiedeten sich mit «A l’apéros!». Wir beschlossen, die eingehängten Expressen mit einem Abseiltraining aus der nassen Wand zu holen. Ein Baum oberhalb der Wand musste als Abseilstand herhalten. Mehrmals hintereinander liessen wir uns über die Wand ab, sodass die nötigen Abläufe verinnerlicht wurden.

 

Meret Gut, Liselotte Staehelin, Alex Plüss

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