Tourenwochenende rundum die Lidernenhütte (21./22. Januar 2017)

Technisch wenig schwierige Touren sind im AAC-Programm sehr gefragt. Die Zielgruppe für solche Touren sind Leute mit solidem Grundwissen und erster Tourenerfahrung, die aber noch wenig Erfahrung im selbstständigen Tourengehen mitbringen. So erreichten uns fürs Tourenwochenende rundum die Lidernenhütte weit mehr Anmeldungen als es freie Plätze in der Hütte gab. Dank einem guten Draht zum Hüttenwart gelang es Andreas immerhin neun Plätze zu sichern.

Die grosse Gruppe vom AAC Basel unterwegs zum Hagelstock.

Das erste schöne Pulverwochenende lockte die ganze Schweiz auf die Skier. Im Lidernengebiet wählten die meisten Tourengänger die Route auf den Blüemberg mit der langen Abfahrt nach Muotathal. Wir entschlossen uns für den Hagelstock, der noch reichlich Platz für unsere Schwünge bot. Nach ausgedehnter Gipfelrast über dem Nebelmeer blieb noch genügend Zeit, auch den Spilauer Stock zu besteigen und schöne Spuren in dessen steilen Gipfelhang zu zeichnen. Wir hatten danach noch immer nicht genug und kamen nach einem kleinen Gegenanstieg zum Rossstöckli zu ein paar Extraschwüngen. In der Hütte wurde es dann vor dem Kaminfeuer richtig gemütlich – wir liessen wir uns von niemandem stören.

Aufbruch nach der Gipfelrast auf dem Hagelstock

Abfahrt durch den steilen Gipfelhang des Spilauer Stocks

Abendstimmung in der Lidernenhütte

Während am Sonntagmorgen die meisten Gruppen die Hütte fluchtartig verliessen, gingen wir den Tag gemütlich an – schon beim Morgenessen sahen wir die langen Windfahnen am Rossstock. Obwohl der Blüemberg windtechnisch die bessere Wahl gewesen wäre, blieben wir dem gefassten Gipfelziel, dem Rossstock, treu. So konnten wir uns mehrere Möglichkeiten zur Abfahrt offenhalten und mussten keine steileren Hänge befahren – die Lawinengefahr wurde nämlich über Nacht aufgrund des starken Südwinds heraufgestuft.

Aufstieg zum Rossstock vor der Kletterwand des Schmalstöckli (siehe Bericht vom 6. Dezember 2015)

Umfangreiche Triebschneeablagerungen in den Kaputzen und erste Sonnenstrahlen auf dem windbearbeiteten Schnee.

Fussaufstieg auf den Rossstock

Der Aufstieg gestaltete sich trotz wolkenlosem Himmel wegen dem böigen Wind recht garstig. So stiegen wir ohne längere Zwischenhalte direkt auf den Gipfel. Es folgte eine rasante Abfahrt über teils hartgepressten oder fies gedeckelten Schnee mit wilden Zastrugis. Mit etwas Gespür fanden wir noch einige fahrbare Rinnen mit ordentlich Triebschnee und kamen so zu einigen vernünftigen Schwüngen.

Auf dem Gipfel des Rossstocks – Grand Bleu!

Der Südwind peitscht über die Kämme.

Windige Abfahrt vom Rossstock

Wer noch nicht genug hatte, stieg nochmals windgeschützt auf, am Schmalstöckli vorbei auf eine kleine Erhebung bei Höch Egg. Von dort wieder durch schöne pulvergefüllte Rinnen zurück zur Hütte. Unglücklicherweise kam es im letzten Hang vor der Hütte zu einem kleinen Unfall. Dank tatkräftiger Hilfe der ganzen Gruppe ging der Zwischenfall einigermassen glimpflich aus.

Windgeschützt auf der Suche nach Pulver vor dem Chaiserstock

Die anschliessende Talabfahrt durch den steilen Wald war recht wild! Wir fanden im dichten Wald einige offene Hänge mit ordentlich Pulver, durchfuhren enge Felspassagen und erreichten in kurzer Zeit die Talstation. Dort holte uns der liebe Herr Gisler vom Postautobetrieb ab und brachte uns gerade rechtzeitig an den Bahnhof in Sisikon.

Super Gruppe, super Powder, super Wind, super Gisler – danke!

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Route Samstag: Bergstation – Hagelstock – Spilauerstock – Lidernenhütte

Route Sonntag: Lidernenhütte – Rossstock – Erhebung bei Höch Egg – Riemenstalden

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Teilnehmende: Andrea, Annina, Barbara, Daniel, David, Jessica (AACZ), Lukas

Umbieter: Andreas, Marco

 

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