Über den Allmegrat bei Kandersteg (14. Juli 2018)

Da der Wetterbericht der geplanten mehrtägigen Tour einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, haben wir uns kurzfristig entschieden, wenigstens das gute Wetter am Samstag zu nutzen und den Allmegrat oberhalb Kandersteg zu überschreiten. (Die Tour ist folglich leider nicht ausgeschrieben gewesen.)

Gestartet sind wir kurz vor neun in Kandersteg in Richtung Golitschenpass. Der Aufstieg erfolgt auf einem Wanderweg mit tollem Ausblick ins Tal und auf die gegenüberliegende Talseite. Somit haben wir stets einen tollen Einblick auf die Route unserer Skitour aufs Doldenhorn im April geniessen können.

Im Aufstieg zum Golitschenpass. Blick aufs Balmhorn.

Angekommen am Golitschenpass fällen wir die Entscheidung, erstmals den Wanderweg zu verlassen, um gemäss Tourenbeschreib ‚auf einer Abkürzung (T5) direkt zum Stand‘ zu gelangen. Nun, entweder haben wir die angedachte Route verpasst oder die Meinungen bezüglich Schwierigkeiten gehen hier deutlich auseinander. Denn schlussendlich sind wir in unangenehmen Gelände auf den ersten Gipfel hochgekraxelt – Abkürzung für uns höchstens distanzmässig. Am Ende hat sich dies dann sogar als technisch kniffligste Stelle der Tour herausgestellt.

Vom Stand aus sind wir dann per Wanderweg hoch zum First, wo wir nach einer kurzen Mittagspause unsere Gratwanderung begonnen haben.

Auf dem Weg zum First. Der Allmegrat ist in Sicht.

Blick auf den Weiterweg vom First über den Allmegrat bis zum Bunderspitz (rechts vom länglichen Schneefeld)

Der weitere Routenverlauf ist grundsätzlich logisch: man folge dem Grat. Führer und hikr beschreiben den ersten Teil kurz nach dem First als schärfsten Teil des Grates und bezeichnen diesen als ‚höllisch luftig‘, was sich bald als nicht untertrieben herausstellt.

 

Es wird luftig! Der Grat ist stellenweise messerscharf.

Bis zur Mitte des Grates geht es grundsätzlich immer auf der Kante weiter, abwechselnd etwas runter und dann wieder ansteigend.

Marco R. an einer Kraxelstelle

Rückblick auf den ersten Abschnitt der Tour

Schmetterling auf einem flächeren Teil in der Mitte des Grates.

Ausblick vom Grat auf den Oeschinensee, Blüemlisalp & Co.

Der zweite Teil des Grates ist immer noch luftig, hat aber einen deutlich anderen Charakter. Es werden nun auch mal Felstürme umgangen und etwas mehr gekraxelt. Schlussendlich kommen wir auf dem Bunderspitz wieder auf den Wanderweg.

Vergiss mein nicht! Nein, der Grat bleibt definitiv in guter Erinnerung.

 

Es folgt noch der Abstieg zur Allmenalp, wo wir nicht nur unseren Durst löschen, sonder uns auch mit Alpkäse eindecken können.

Zweijähriger Alpkäse… wer kann da Nein sagen?

Da wir die letze Seilbahnfahrt vor dem nahenden Gewitter um Sekunden verpassen, verzögert sich der mechanische Schlussabstieg dann doch noch um einige Zeit. Die Diskussion um einen Fussabstieg erübrigt sich beim Blick auf das Wetter, welches nun deutlich umgeschlagen hat.

Das Wetter hat umgeschlagen… nicht mal die Bahn fährt mehr.

Insgesamt eine absolut herrliche Tour mit gewaltiger Aussicht und viel luft links und rechts der Füsse.

 


Route: Kandersteg – Golitschenpass – First – Allmegrat – Bunderspitz – Allmealp [T6, 1650hm]

Teilnehmer: Marco und Marco

Schreibe einen Kommentar