Weissmies Nordgrat (28. August 2016)

Neben dem Portjengrat und dem Lagginhorn S-Grat gehört der Weissmies N-Grat zu einer der schönsten klassischen Klettereien zwischen dem Simplon und dem Saastal. Nachdem ich mich am Freitag bereits am Lagginhorn S-Grat mit dem Gebiet vertraut gemacht hatte, konnten Thomas Julou und ich am Sonntag bei optimalen Verhältnissen diese schöne Überschreitung machen.

Aussicht auf die Mischabelgruppe im Abendlicht neben Gaskocher und zwei weiteren Selbstversorgern aus Irland.

Aussicht auf die Mischabelgruppe im Abendlicht neben Gaskocher und zwei weiteren Selbstversorgern aus Irland.

Von der Hohsaashütte sind wir noch im Dunkeln um 4.30 Uhr gestartet. In der Traverse über den Hohlaubgletscher zum Lagginjoch trafen wir auf etwas Blankeis, welches einige nachfolgende Seilschaften lange aufgehalten hat.

Morgendämmerung auf dem Lagginjoch

Morgendämmerung auf dem Lagginjoch

Um 5.30 Uhr erreichten wir das Joch und starteten im Übergang von Mondschein zu Morgendämmerung in die schöne Kletterei, die schon von Beginn an mit fordernden Zügen aufwartet.

Erste Sonnenstrahlen auf dem Weissmies Nordgrat.

Erste Sonnenstrahlen auf dem Weissmies Nordgrat.

Wir überkletterten die plattigen Türme, den Hahnenkamm und die Schlüsselstelle – eine schöne Platte (4a) – und wechselten uns in der Halbzeit bei P. 3722 im Vorstieg ab. Die Kletterei ging ziemlich homogen und abwechslungsreich weiter: über Platten, Risse, Verschneidungen und zuletzt über das knifflige, plattige Ross erreichten wir in meist festem Fels den letzten Gratabschnitt, der uns in Gehgelände zum Firngrat führte.

WM4

Im letzten Drittel der Tour – die Platte mit den drei Rissen.

Im letzten Drittel der Tour – die Platte mit den drei Rissen.

 

Thomas auf dem Ross

Thomas auf dem Ross.

 

Letzter Gratabschnitt und im Hintergrund der Firngrat auf das Weissmies.

Letzter Gratabschnitt und im Hintergrund der Firngrat auf das Weissmies.

Wir trafen auf harten Firn und erreichten dank den guten Bedingungen um 10.30 Uhr den Gipfel des Weissmies. Dort tummelten sich Duzende weitere Bergsteiger, die entweder über die Normalroute von Hohsaas oder den Südgrat von der Almagellerhütte aufgestiegen waren.

Thomas vor der Umgehung des Bergschrunds.

Thomas vor der Umgehung des Bergschrunds.

 

Eine Seilschaft erreicht über den Südgrat von der Almagellerhütte aus den Gipfel.

Eine Seilschaft erreicht über den Südgrat von der Almagellerhütte aus den Gipfel.

Aufgrund der hohen Temperaturen und der Eisschlaggefahr beim Abstieg auf der Normalroute schlugen wir ein schnelles Tempo ein und sassen bereits eine gute Stunde später schon wieder auf der Terrasse des Bergrestaurants Hohsaas und freuten uns an der wilden Überschreitung, die gleichzeitig unsere erste gemeinsame Tour war.

Marco folgt der guten Spur, die über teils dünne Schneebrücken durchs Spaltenlabyrinth und die Brüche führt.

Marco folgt der guten Spur, die über teils dünne Schneebrücken durchs Spaltenlabyrinth und die Brüche führt.

Route: Hohsaas – Lagginjoch – Weissmies – Hohsaas (ZS, 4a)

TN: Thomas Julou, Marco Bruni
Bericht: Marco

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