Von der Blumenwiese auf den Brunnistock (5. Mai 2018)

Der Brunnistock ist ein wunderbarer Skiberg und wird im Winter bei sicheren Verhältnissen oft (und meist von der Rugghubelhütte aus) bestiegen. Im Frühling nimmt der Rummel ab und man hat die Ruhe und Wildheit der Urner Alpen fast für sich alleine.

Weil der Frühling nun auch in höheren Lagen Einzug hält, entschieden wir uns für einen sehr frühen Start und schlugen unser Zelt am Vorabend in der Dunkelheit in der Nähe von Altrüti auf. Das Kondenswasser am Zeltdach liess bei Weckerklingeln um 03.30 Uhr nichts Gutes verheissen: die Bewölkung hatte sich wider Erwarten nicht verzogen – also keine Abstrahlung bei Plustemperaturen im fast zweistelligen Bereich.

Mit aufgebundenen Skis liefen wir los, erreichten auf dem Bösenboden (ca. 1500m) nach 30 Minuten eine Schneezunge und stiegen auf der erwartet durchfeuchteten Schneedecke über alte Lawinenkegel hoch zum Jägerhüttli und weiter über die Rampe vom Firnbäch. Nun klarte es auf und trotz aufkommender Dämmerung reichte es noch, dass der Schnee im oberen Teil zumindest oberflächlich etwas gefrieren konnte.

Das Couloir (40 Grad auf 80hm) vor der Gitschenhörelihütte erstieg sich dank guten Schneeverhältnissen problemlos ohne Harscheisen. Nach einer kurzen Abfahrt auf dem Blüemlisalpfirn wurden letztere aber in einer Traverse nötig.

Leider war die Schneedecke auf dem Gipfelhang nicht durchgehend und der Schnee sehr hart. So machten wir kurz nach dem Sattel Skidepot und stiegen zu Fuss erst steil dann flacher auf den prächtigen Aussichtsgipfel, den wir nach 4.5h erreichten und mit vier Urnern teilten.

Die Abfahrt auf dem Gletschter war wunderbar – zuerst etwas kratzig, dann schön aufgesulzt.  Auch das steile Couloir nach dem Gegenaufstieg fuhr sich gut. Dann aber wechselte es schlagartig auf weichen, aber immerhin noch einigermassen drehbaren Pflotsch. Der Blick zurück auf die Abfahrt war gewaltig und eindrücklich. Weil die Rampe in der Flucht verborgen blieb, konnten wir es kaum fassen, wie wir den Felsriegel passieren konnten. Um 11 Uhr trafen wir wieder am Ausgangspunkt bei Altrüti ein und bliesen unsere Zeltmatten ein zweites Mal auf – für eine Siesta auf der grünen Blumenwiese in völligem Frieden.

 


Erste Sonnenstahlen bei Firnbäch

Der Blüemlisalpfirn (UR) mit dem Brunnistock

Lange Schatten auf dem Gletscher

Sonne hinter dem Brunnistock I – ganz links im Bild der Sattel, von dem aus die Skitourenroute auf den Gipfel führt.

Sonne hinter dem Brunnistock II – Fussaufstieg zum Gipfel nach dem Skidepot

Kurz vor dem Gipfel des Brunnistocks über dem Wolkenmeer

Wunderbares Panorama und viele Fönfische im Osten

Thomas in der Abfahrt auf steilen und schönen Hängen im oberen Teil der Tour

Rückblick vom Frühling aus hoch zu den Felsriegeln, wo wir herkamen.

Das wunderbar friedliche, aber wilde Grosstal ob Isenthal

 


Route: Altrüti bei St. Jakob im Isenthal (1270m) – Brunnistock (2952m) [Route 541a, ZS+, 1850hm (mit Gegenanstieg auf Blüemlisalpfirn)]

TN: Thomas, Marco B.

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