Von der Surselva ins Maderanertal – Oberalpstock mit Abfahrt über den Staldenfirn (30. – 31.März 2019)

Spontan entschlossen wir uns, die Gegend zwischen der Surselva und dem Maderanertal zu erkunden und herauszufinden, ob der Anfang Woche gefallene Neuschnee trotz des sonnigen Wetters noch Freude machen würde.

 

Samstag: Milez (Dieni) – Val Giuv – Piz Giuv – Etzlihütte

Früher Start in Basel um 5 Uhr und ständiges Optimieren der Schlafposition im Direktzug nach Erstfeld. Danach ein paar Mal umsteigen und mit dem Sessellift 300 Höhenmeter von Dieni hoch nach Milez.

Aufstieg von Milez durchs scheinbar endlos lange Val Giuv zum Piz Giuv. Wir waren froh, wenigstens im obersten Teil dank auffrischendem Südwind dem Hitzestau zu entkommen.

 

Kurzer Fussaufstieg auf die Kanzel des Piz Giuv.

 

Ein Fixseil erleichterte den Übergang auf den Spillauibielfirn – in der Tat eine grosse Spielwiese bei gut gesetztem Pulver.

 

Es gab in den Nordhängen noch viel Platz für schöne Schwünge bis runter zur Etzlihütte.

 

Sonntag: Etzlihütte – Chrützilpass – Oberalpstock – Staldenfirn – Bristen

Der SAC-Führer Zentralschweiz lobt die Nordabfahrt vom Oberalpstock über den Staldenfirn als: „Eine der eindrücklichsten Abfahrten der Zentralschweiz. Sichere Lawinenverhältnisse und gute Sicht sind unabdingbare Voraussetzungen für diese steile, alpine Route.“ Wir hatten Glück und beide Voraussetzungen waren so gut erfüllt, wie sie nur konnten.

Morgenstimmung im Etzli.

 

Nach einer knappen Stunde ab Hütte erreichten wir durchs Chrützlital den Chrützlipass, wo im Oktober 2018 eine Jubiläumsetappe hinführte. Der Bericht zur dieser Tour mit dem Urner Gedicht zum Chrützlipass findet sich hier.

 

Steile Abfahrt auf Osthängen (35-40 Grad) in pickelhartem Schnee vom Chrützlipass ins Val Strem. Ganz klein im Bild Claire und Thomas.

 

Kalter Aufstieg in leicht gedeckelten Westhängen unterhalb des Piz Ault.

 

Wir nähern uns dem Oberalpstock (Vorgipfel links im Bild).

 

Ein eindrücklicher Zacken mit Felsenfenster auf der Fuorcla da Strem Sura und links daneben die Weiten des Brunnifirns.

 

Klare Fernsicht in alle Richtungen vom Gipfel des Oberalpstocks. Hier etwas unterhalb auf dem Brunnifirn mit Tödi, Piz Urlaun und Bifertenstock.

 

Der Übergang vom Brunni- auf den Staldenfirn wird von einer steilen Eisflanke erschwert. Diese war recht gut eingeschneit und problemlos fahrbar (ganz oben links im Bild, hinter der Kuppe versteckt). Weiter unterhalb traf der Tourengänger, der nicht den meisten Spuren folgt, eine weitere steilere Stelle mit etwas knapper Schneeauflage an (Claire und Thomas zwischen den Eisflächen). Darunter erwartete uns eine lange Abfahrt ins Maderanertal – der grösste Teil davon in feinstem Pulverschnee.

 

Thomas stürzt sich in die freien Traumhänge des Staldenfirns.

 

Stiebende Abfahrt vor der Traverse in die Gemsplanggen!

 

Claire zieht ihre Spur in die weiten Hängen der Gemsplanggen. Darunter der Frühling.

Die Schlüsselstelle der Tour kommt ganz zum Schluss nach dem Plattental unterhalb der Milchplanggen (viele wohlklingende Flurnamen in dieser abenteuerlichen Abfahrt!): eine über 45 Grad steile Einfahrt in ein ebenso steiles Couloir mit knapper Schneeauflage.

 

Zum Glück war es unten im Tal recht warm und die alten Lawinenkegel fahrbar aufgesulzt. Auf einer Fahrstrasse und nochmals exponiert auf einem Wanderweg über dem Bachbett fuhren wir bis nach Legni, von wo wir die Skis nur noch eine knappe halbe Stunde bis zur Postautohaltestelle zu tragen hatten.

 

Eine spektakuläre Abfahrt an einem herrlichen Tag. Den Pulver, den haben wir gefunden.

 


Route Samstag: Milez – Piz Guiv – Etzlihütte (R.230a, 230c) [+1300hm, ZS]

Route Sonntag: Etzlihütte – Chrützlipass – Oberalpstock – Bristen (R.226f) [+1700hm, –2700hm, S]

TN: Claire, Thomas, Marco B. (Umbieter)

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