Zentralschweizer Durchquerung – In drei Tagen von Engelberg nach Gurtnellen (6. – 8. April 2018)

Die geplante Tour rundum Arolla mussten wir kurzfristig umplanen – zu beliebt und ausgebucht sind zur Zeit die Hütten an der Haute Route. Und das war unser Glück! Denn so verbrachten wir drei Tage in der Zentralschweiz, wo zu dieser Jahreszeit nur sehr wenige Skitürler unterwegs sind.

Von Engelberg bzw. Herrenrüti stiegen wir am Freitag auf den Grassen und fuhren wieder zurück in Richtung Wendenjoch zum Grassenbiwak. Am Samstag führte uns eine abenteuerliche Route (Engelberger Haute Route) im Auf und Ab am Grassengrat entlang aufs Spannortjoch und runter zur Kröntenhütte. Am letzten Tag stiegen wir auf den Krönten und fuhren über die Kröntenlücke und durchs Gorneren runter nach Gurtnellen – eine wilde  und anstrengende Tour bei idealen Verhältnissen!

 


Freitag

Der SAC Führer nennt den Aufstieg von Engelberg zum Grassen (1870hm) eine „kompromisslose Diretissima“. Der Aufstieg mit Gletscherausrüstung durch Lawinenkegel und Triebschnee auf harter Unterlage erforderte Harscheisen, Spurarbeit und Durchhaltewillen.

Der Schlussaufstieg zum Grassen mit dem Titlis und der Bergstation.

 

Das spektakulär beim Wendenjoch auf dem Tierberg gelegene und hervorragend ausgerüstete Grassenbiwak ist super gemütlich und zu zweit lässt es sich da erst recht gut leben.

Abendstimmung am Grassenbiwak.

 

Samstag

Kurz vor Sonnenaufgang auf dem Firnalpelifirn (!). Im Hintergrund die Spannörter. Keine Spur weit und breit!

Rassige Abfahrt auf der Nordseite des Grassengrats (Grassengletscher) – der erste Teil der „Engelberger Haute Route“

Die Route auf der Nordseite des Grassengrats ist abwechlungsreich und bisweilen anspruchsvoll in der Wegfindung. Die Überwindung eines Riegels kostete uns viel Kraft bei der Spurarbeit an einem steilen Hang.

Endlich geschafft – zweiter Sonnenaufgang auf der östlichen Seite des Grassengletschers.

Auf dem Chüefadpass mit dem Chli Spannort. Mit Fellen fuhren wir etwas ab, um gleich wieder zum Spannortjoch hochzusteigen. Die Verhältnisse (Temperatur, Schnee) liessen keine Besteigung des Gross Spannorts zu. Es hätte sich daran auch nichts geändert, wenn Thomas seinen Wecker richtig gestellt hätte. 😉

 

Sonntag

Sonnenaufgang nach erholsamer Nacht in der bewarteten Kröntenhütte. Und wieder Spurarbeit im Aufstieg zum Krönten.

Uns reizte der Felsgrat oberhalb der Kröntenlücke. So machten wir schon früher als nötig Skidepot und stiegen am Grat hoch.

Der Aufstieg zum Krönten gestaltete sich ziemlich winterlich.

In der Gipfelscharte hatten wir Einblick in die Traverse, die von Norden her auf den Gipfel führt. Diese war heikel und schneebedeckt. So wählten wir die direkte Kletterei bei der Abseilstelle, die zwar mit einer Handschlaufe lockt, aber dennoch zwei, drei fordernde Züge aufweist (IV).

Der Zeitpunkt der Abfahrt stimmte – Traumsulzabfahrt von der Kröntenlücke durchs Goneren nach Gurtnellen.

Weil die Westhänge noch nicht aufgesulzt waren, wählten wir die Südvariante in der Abfahrt ins Goneren – danke Stefi und Markus für den Tipp und die Spur!

Thomas in den letzten steilen Hängen.

Feinste Sulzschwünge bis fast nach ganz unten im breiten Tal (Gorneren), an dessen Flanken sich beeindruckende Lawinen-Kegel aneinanderreihten.

Der Bristen grüsst uns in Gurtnellen.

 


Route Freitag: Herrenrüti (1166m) – Grassen (2946m) – Grassenbiwak (2650m) [Route 472b, ZS, 1870hm]

Route Samstag: Grassenbiwak (2650m) – Stössensattel (2800m) – Grassengletscher (2300m) – Chüefadpass  Spannortjoch – Kröntenhütte, direkt (1903m) [Routen 571b, S-, 850hm]

Route Sonntag: Kröntenhütte (1903m) – Krönten (3108m) – Kröntenlücke (2820m) – Gorneren – Spicher (1254m) – Gurtnellen Dorf (935m) [Routen 590a, 590d, ZS, 1200hm]

 

TN: Thomas, Marco B.

Schreibe einen Kommentar