AACB Clubwochenende Tessin – Rifugio Garzonera (18./19. Januar 2020)

Eine Wohlfühltour soll es werden, mit Neuen und Gästen und bestandenen Mitgliedern, ein Wochenende, sich kennenzulernen. Ich darf als Gast mit. Und wie spannend: Es beginnt wie im Theater – war die Hauptprobe nicht alles gelingt, umso besser wird die Aufführung. Es gab Pannen beim Ticketing, die ein freundlicher Schaffner mit viel Aufwand zu lösen versuchte. Aber dann klappte alles am Schnürchen und alle quetschten sich in die platschvolle Gondel ins Skiparadies Airolo. Kalt bläst der Wind und so wird bei diesem Clubanlass durch ein paar Pistenfahrten aufgewärmt, bevor wir in drei Gruppen in Richtung Rifugio losziehen. Die sportiven und semisportiven peilen den Passo Sassello an, die Hüttengruppe geht Proviant verstauen und schon mal etwas anfeuern. (Vielen Dank übrigens). Der Passo zeigt eine wunderbare Aussicht und würde bei Windstille herrlich zum Verweilen einladen. So taucht unsere Gruppe rasch in die Schattenhänge ein und der Pulver stiebt. Die sportliche Gruppe nimmt noch schnell den Motto del Tore mit und schon beginnt ein gemütlicher Hüttenabend. Viele packen an, so dass bald ein herrlich knisternder Ofen und ein wunderbarer 4-Gänger innen und aussen wärmen. Viele gute und spannende Gespräche füllen die kleine einfache Hütte und schon folgt eine sternenklare ruhige Nacht, wo kein Schnarchen stört. Sogar der Hund der zwei unerwarteten fremden Gästen hält sich beispielshaft.

Am Morgen mit einem 5-Stern Frühstück im Bauch räumt und putzt ein eingespieltes Team in Windeseile und wieder geht es in drei Gruppen los. Gruppe 1: Poncione di Tremorgio Gruppe 2: Pizzo della Sassada Gruppe 3: Pizzo della Sassada und Poncione di Tremorgio.

Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch wild coupiertes Gelände mit Bruchharst gemischt mit pulvrigen Abschnitten und bald Ski tragend die zehn Serpentinen runter trifft sich die Gruppe 2 und 3 in Ambri Piotta. Was Gruppe 1 noch erlebt hat, entgeht der Schreiberin. Davon werden euch die Tourenleiterinnen Kirsten und Liselotte berichten. Ausklang im Zug: Thomas spendiert ein Yoghurt Ticinese del Alpe, es rinnt herrlich die Kehlen runter von uns allen, plappernd mit roten Backen vom eiskalten Wind und einer grossen Zufriedenheit im Gesicht. Danke Marco, danke Thomas für die wunderbare Organisation und eurem Spuren und Führen, ein grosser Applaus. Danke auch Kirsten und Liselotte für die kundige Führung. Und ich danke euch allen, dass ihr mich als Gast so unbeschaut mitgenommen habt.

À la prochaine, Susanne Härri

 

Ergänzung Liselotte und Kirsten: Gruppe 1 erreichte als erstes den Poncione di Tremorgio, da die anderen ja zuerst auf dem Sassada waren. Wir erreichten auch wohlbehalten Ambri Piotto, trotz dem vereisten Wanderweg, der für weniger Geübte eine happige Herausforderung war. Per Bus ging es von Ambri nach Airolo, wo noch Zeit für Kaffee und Kuchen war… 🙂

 

Aufstieg zum Passo Sassello in erstaunlichen Schneestrukturen, die an geologische Formationen erinnern.

Vom Passo Sassello erstieg Gruppe 3 die (windgeschützte) Sonnenseite zur Rast, die Gruppe 2 offenbar entging.

Abfahrt vom Passo Sassello ‚mit Handbremse‘ wegen sehr heterogener Schneequalität.

Der Poncione Sambuco in patagoniöser Erscheinung.

Steilhang auf der Abfahrt vom Motto del Toro zum Rifugio Garzonera.

In den Schattenhängen lag noch jede Menge feiner Pulver. Gänzlich unverspurt natürlich.

Abendstimmung vor dem Rifugio.

Hüttendessert: Meringues, Vermicelles und frischer Schlagrahm (Es hat ein Hand-Rührgerät in der Hüttenküche!)

Das eingeschneite Rifugio Garzonera am Morgen kurz vor Aufbruch.

 

Erste Sonnenstrahlen kurz nach Aufbruch vom Rifugio.

Die Anlage der idealen Spur – in coupiertem Gelände weiss es jede und jeder besser. AACB Symbolbild (?)

Lange Traversierung in sehr eindrücklicher, wilder Landschaft.

Während die Poncione Tremorgio-Gruppe den Weg durchs Valle dei Cani wählte, spurte der Rest die steilen Hänge zur auffälligen Scharte auf dem NE-Grat des Pizzo della Sassada hoch.

Ein steiler Fussaufstieg führte auf den Gipfel des Pizzo della Sassada.

Bei eiskalten Temperaturen und mässig-starkem Nordwind war’s ungemütlich bis wir auf der windabgewandten Seite einen sonnigen Rastplatz fanden. Blick ins obere Valle Maggia.

War die Schneequalität an den Gipfelhängen stark unterschiedlich und windgeprägt, fanden wir im mittleren Teil an windgeschützen Schattenhängen noch wunderbaren Schnee.

Die Schneemenge hat unter der Wärme gelitten. Während in Airolo noch Schnee bis in den Talgrund liegt, erwartete uns im Wald oberhalb von Ambri anspruchsvolles Gelände.

 


TN (17): Ann Cathrine, Chantal, Christa, Hanna, Jörg, Kirsten, Liselotte, Lukas, Marco B., Matthias, Pascal, Philipp, Roberto, Salomé, Susanne H., Thomas J., Toni

Bericht: Susanne und Liselotte

Fotos: Marco B.

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