Auf dem Schluchtweg durch das Val Grande – Von Verbania nach Domodossola (7. – 11. Oktober 2019)

Das Begehen des legendären Schluchtwegs war zunächst verboten, wurde aber trotzdem  von verwegenen Enthusiasten genutzt und sogar mit Seilen gesichert. Einen dieser frühen Pioniere (Tobias) haben wir zufällig in In la Piana getroffen. Ab ungefähr 2012 wurden schrittweise Ketten und Brücken neu installiert, und das Verbot aufgehoben. In den letzten drei Jahren sind auch mehrere Steinmänner hinzugekommen, die die Wegfindung sehr vereinfachen.

Ein paar kurze Bemerkungen:

  • es gibt unzählige kurze Kletterstellen bis maximal II+, die aber meist mit Ketten und alten Seilen gesichert sind
  • der Weg ist mit roten Farbpunkten markiert; oft aber so spärlich, dass man sich garantiert verläuft
  • die Schwierigkeit des Weges (T5+) liegt weniger in der Gefährlichkeit des Geländes, sondern in der Länge und dem Finden des richtigen Weges
  • leider soll dieser Weg im Jahr 2020 zu einem „Klettersteig“ ausgebaut werden, inlusiver einer Brücke bei L’Arca; aktuelle Infos findet ihr auf dem Blog von Tim Shaw

Unsere Route (rote Linie) von Verbania am Lago Maggiore bis nach Domodossola.


Montag: Verbania

Wir haben diesmal am Lago Maggiore übernachtet, in einer wunderschönen und günstigen Unterkunft („La Casaccia“ → sehr empfehlenswert) nahe am Fluss San Bernardino. Am Vorabend der Wanderung konnten wir dann eine leckere Pizza (in der Pizzeria „Il Regno di Napoli“ → sehr empfehlenswert) verspeisen und am nächste Morgen ausgeschlafen starten.


Dienstag: Verbania – Cossogno – Ponte Casletto – Alpe Orfalecchio

Diesmal haben wir uns entschieden, direkt von Verbania aus zu starten. Das war eine sehr gute Entscheidung, weil wir so das Geld für das Taxi (50 – 60 €) gespart haben und es stattdessen in eine Übernachtung bzw. eine Pizzeria investieren konnten.

Eine moderen Brücke, die in den letzten Jahren installiert wurde.

Ein Hinweisschild aus der Zeit, als das Begehen des Schluchtweges noch unter Strafe stand. Jetzt ist das Verbot aufgehoben.

Eine alte Brückenkonstruktion, der man „einfach“ vertrauen sollte. Es gibt aber auch eine Umgehung aus jüngerer Zeit.


Mittwoch: Alpe Orfalecchio (im Dauerregen)

Der zweite Tag war verregnet und wir haben uns deshalb entschieden, an diesem Tag uns der Langeweile im Rifugio auszusetzen.


Donnerstag: Alpe Orfalecchio – L’Arca – In la Piana

Die Flussüberquerung bei L’Arca war diesmal wegen des niedrigen Wasserpegels nicht so kompliziert. Hier (hinten links auf dem Bild) gibt es auch eine interessante Höhle, in der man auch übernachten kann.

Die Wildnis im Val Grande bietet eine interessante Flora und Fauna.

Vom Schluchtweg aus hat man ständig den (Über-)Blick auf das Flusstal.

Es gibt viele kurze Kletterstellen (I – II), die oft mit Ketten gesichert sind.

Ab und zu findet man (sehr) alte Seilreste, die aber immer noch zu halten scheinen.

Im Val Negra gibt es einige heikle Kletterstellen, die aber gut mit Ketten gesichert sind. Und anderem muss man über einen Baumstamm balancieren.


Freitag: In la Piana – Alpe Mottàc – Passo di Basagrana – Trontano – Domodossola

Der Tierschädel oberhalb des Türrahmens von In la Piana hat uns vielleicht vor bösen Geistern geschützt. Aber nicht vor den Mäusen, die nachts in unsere Rucksäcke eingedrungen sind und vergeblich nach Essbaren gesucht haben.

Über den Passo di Basagrana haben wir das Val Grande wieder verlassen und sind schliesslich nach Domodossola (hinten rechts) gelangt.


Route: Verbania (202 m) – Cossogno (398 m) – Ponte Casletto (411 m) – Alpe Orfalecchio (590 m) – L’Arca (719 m) – In la Piana (959 m) – Alpe Mottàc (1690 m) – Passo di Basagrana (2070 m) – Trontano (518 m) – Domodossola (270 m)

Teilnehmer: Kelken und Toni

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