Lawinenkurs (7./8. Dezember 2019)

Um an diesem Wochenende ein passendes (Schnee-)Setting für einen Lawinenkurs zu finden, musste man von Basel aus schon etwas weiter reisen. So traf sich unsere Gruppe als eine von vielen – andere waren auch dem Lockruf der Berge gefolgt – am frühen Samstagmorgen auf dem Simplonpass beim Hospiz. Trotz strahlendem Sonnenschein war erst mal etwas Theorie angesagt und wir sassen uns mit unserem äusserst sympathischen Bergführer Andi zusammen um die Lawinensituation im Gebiet anhand der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu beurteilen. Anhand des Lawinenbulletins, der Wetterlage und einigen Karten der Berge wurde die Lage eingeschätzt und gemeinsam eine kleine Tour für den Tag geplant.

Um kurz vor 11 Uhr ging es dann los in Richtung Hübschhorn und dabei war vor allem der Weg das Ziel. Unterwegs wurde immer wieder die Gefahrenlage neu beurteilt, Triebschneeansammlungen und das Gelände neu evaluiert und mit Andi diskutiert. Faktoren wie Wind, Hangausrichtung und der Wind wurden ausführlich erklärt und alle Kursteilnehmer kamen mit einigem an Mehrwissen oben an. Ebenjener Wind nahm im Verlauf des Aufstiegs stark zu und zwang die Gruppe zu einer etwas früheren Umkehr als geplant. Nach einer eher holprigen Abfahrt – der Wind hatte nicht nur an diesem Tag ganze Arbeit geleistet – wurde im aufkommenden Abendrot das Suchen und Retten von Verschütteten geübt. Wem nach der Abfahrt noch etwas kühl war, wurde spätestens beim Ausbuddeln der Verschütteten wieder warm. Am Schluss waren die aus ihrer misslichen Lage geretteten Rucksäcke wieder wohlauf und es ging zurück ins Hospiz um die Tour für den nächsten Tag zu planen. Die Planung wurde dabei von den Kursteilnehmern selbst geplant, während Andi beratend zur Seite stand und prüfen konnte ob das von ihm vermittelte Wissen auch gut umgesetzt wurde. Als die Tour geplant, die Schlüsselstellen identifiziert und zum Abendessen noch einige Extraportionen Pommes Frites verputzt waren gingen alle mit dem guten Gefühl ins Bett schon am ersten Kurstag einiges gelernt zu haben.

Am Sonntag ging es dann nach zwei Stationen mit dem Bus ab auf die Felle in Richtung Wyssbodehorn. Die Vorabends identifizierte Schlüsselstelle, ein steiler Hang mit wenig Ausweichmöglichkeiten, konnte zwar vom Startpunkt erkannt, nicht aber abschliessend eingeschätzt werden. Mit Alternativroute in der Hinterhand ging es dann trotzdem wie geplant los und nach kurzer Zeit waren auch schon andere Tourengänger die vor uns losgezogen waren an unserer Schlüsselstelle zu sehen. Nach ca. 1.5 Stunden Aufstieg war dieser dann erreicht und nach finaler Beurteilung dann auch problemlos begangen. Interessanterweise verlangte ein späterer Hang kurz vor dem Gipfel, der auf der Karte viel weniger kritisch ausgesehen hatte, den Teilnehmern einiges mehr ab. Danach war es aber geschafft und die Gruppe machte sich bereit für die Abfahrt. Auf dem Weg ins Tal war von stark verwehten Abschnitten bis zu einigen Powderschwüngen alles dabei um die Abfahrtskünste der Gruppe zu testen. Nach sicherer Ankunft am Ausgangspunkt und Schlussbesprechung machte sich die nun etwas müde aber sehr glückliche Gruppe auf den Heimweg.

An dieser Stelle bleibt nur noch den Organisatoren und allen voran unserem tollen Bergführer Andi nochmals für diese äusserst lehrreiche Erfahrung zu danken. Einen besseren Auftakt in die jetzige Tourensaison konnte man sich kaum wünschen!

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