Skitour Gspon – Wyssgrat, 2884m (11. Januar 2020)

Aufstieg am Wyssgrat

Am Samstagmorgen brachte uns der Zug ab Basel bis Visp. Wir waren insgesamt zu elft, eine für den AAC wohl aussergewöhnliche Gruppengrösse. Neben mir als „Fremdmitglied“ der Tour gab es noch einige andere Neuzugänge und die bunt gemischte Gruppe aus Skifahrern, Boarderinnen mit Schneeschuhen und einem Splitboarder hatte nach einem kurzen Kennenlernen und einem Powernap im Zug das Dorf Stalden-Saas im Wallis erreicht. Die umliegenden Hänge waren verdächtig grün und braun, Anzeichen dafür, dass der letzte Schneefall einige Tage her war. Der strahlend blaue Himmel und die ersten Sonnenstrahlen über den umliegenden Gipfeln entschädigen den sonst wenig weissen und winterlichen Anblick und leiteten den grandiosen Tag ein. Komfortabel wurden wir mit der Seilbahn bis Gspon gebracht. Wir waren nicht die einzigen, die sich auf den Weg machten die Hausgipfel der Gemeinde Stalden, den Wyssgrat oder das Ochsehorn, zu besteigen. Wir entschieden uns auf den Lift im Skigebiet zu verzichten und starteten die gut 1000 Höhenmeter Anstieg. Vorerst durch den Wald, teils auf einem Wanderweg, schlängelten wir uns bis zum Ende des Skilifts in der schon gespurten Route hinauf. Ab dort ging es in der Rinne bis zu Punkt 2365, an dem uns die Sonne empfing. Wir folgten dem breiten Grat, links das Ochsehorn und den Abfahrtshang im Auge, rechts in der Ferne zeigten sich die ersten 4000er. Einigen Felsen mussten wir ausweichen und Lieselotte gab uns netterweise noch ein paar Tipps zur Optimierung von Spitzkehren in wechselnden Verhältnissen und Steilheiten.
Bei Punkt 2886 des Wyssgrat angekommen, war Staunen angesagt. Die Giganten des Wallis zeigten sich in aller Pracht, sogar der unverkennbare Gipfel des Matterhorns schaute heraus. Auch wenn wir das Gipfelglück nicht ganz alleine geniessen durften, hatten wir eine wunderschöne Mittagsrast am höchsten Punkt unserer Tour und freuten uns, dass alle mit ihren unterschiedlichsten Sportgeräten den Weg unproblematisch nach oben geschafft hatten.

Wyssgrat Gipfel

Ein einheimischer Bergführer gab uns freundlicherweise noch einige Empfehlungen zur Abfahrtsroute. Der Hang glich von oben zwar nahezu einer Piste, einige noch unberührte Stellen liessen trotzdem auf ein paar schöne Schwünge hoffen. So fuhren wir in die Lenke nördlich des Gipfels unterhalb des Ochsehorns hinunter und stiegen in den Hang Richtung Rosschumma ein. Die häufig wechselnde Beschaffenheit der Schneedecke – von einlassend bis teils noch pulvrig – war zwar nicht überall leicht zu fahren, trotzdem hatten wir einen riesen Abfahrtsspass und der Schnee war besser als erwartet.

Schöne Schwünge im Pulver....

Durch die „Breite“ und mit nochmals einigen schönen Schwüngen gelangten wir wieder zum Kopf des Skilifts und nahmen die letzten Meter über die Piste. Unten angekommen gönnten wir uns noch einen Abschlussdrink und konnten die grandiose Sonne im Liegestuhl geniessen. Für den Grossteil der Gruppe ging es im Anschluss wieder zurück nach Basel. Ein Dank an dieser Stelle für die Offenheit und Organisation von Lieselotte und Kirsten, dass wir einen so tollen Tag hatten. Roberto, Ann-Cathrin und Thomas erweiterten ihren Bergausflug um eine Nacht, um am nächsten Tag die andere Seite von Stalden zu erkunden.

(Tourenbericht Laura)

Blick auf Wyssgrat von der gegenüberliegenden Seite

Schreibe einen Kommentar